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Neustadt-Glewe : „Neustadt macht Träume wahr“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Norwegische Firma investiert zehn Millionen Euro in Standort Neustadt-Glewe / Produktionsstart am 14. Juli / Bewerbungen noch möglich

Seit gestern ist es ganz offiziell: Das Unternehmen AcryliCon mit Hauptsitz in Trondheim hat in Neustadt-Glewe seine nach eigenem Bekunden fortschrittlichste und sicherste Produktionsanlage eingeweiht. In der Firma auf dem ehemaligen Lederwerk-Gelände werden ab Mitte Juli Kunstharze, sogenannte Polymeren, hergestellt. Zehn Millionen Euro hat das norwegische Unternehmen in den Standort investiert – 3,6 Millionen gibt das Land aus dem Topf „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ dazu.

Die Einweihung feierte der Firmengründer Björn Heg-stad gestern mit Freunden, vielen Kunden aus der ganzen Welt, Kollegen, Politikern und Gästen aus Neustadt bei Livemusik und Sektempfang. Dem Bürgermeister Arne Kröger und Wirtschaftsminister Harry Glawe schenkte Heg-stad ein silbernes Wikinger-Maskottchen. „Für den Nachttisch oder als Schutzengel im Auto. Wir Norweger haben aufgehört, Kriege zu führen. Aber das Reisen gefällt uns heute noch“, so Hegstad.

Mit Neustadt-Glewe hat sich das Unternehmen erstmals für einen Standort in Deutschland entschieden. Laut Wirtschaftsminister Glawe habe dieses Kapitel vor 24 Monaten in der Schweiz begonnen. Gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft „Invest in MV“ hatte Glawe in vielen Wirtschaftsgesprächen den Standort MV empfohlen und damit Patrick Fischer, den Geschäftsführer der AcryliCon International AG , überzeugt. „Made in Germany spricht für höchste Qualität“, so der Schweizer gestern. Deutschland sei der Hauptrohstofflieferant, zudem locke in Mecklenburg die Nähe zu den Häfen in Rostock, Wismar und den Metropolen Hamburg und Berlin.

Geplant war das Werk aber ursprünglich auf einem ehemaligen Militärgelände in Dabel. Der Neustädter Architekt Sven Buck hatte den Auftrag für die Planung schon in der Tasche, auch ein Vorkaufvertrag sei bereits unterschrieben gewesen. Dann aber habe Buck die Investoren auf Neustadt-Glewe aufmerksam gemacht. Wegen der günstigeren Grundstückspreise, der guten Erschließung, der Nutzung von Erdwärme und der Anbindung an die Autobahnen hätten sich die Norweger am Ende umentschieden. Neustadt, so Björn Hegstad gestern in seiner Rede auf Englisch, sei ein bisschen wie Disney World. „Ein Ort, wo Träume wahr werden.“

Zwanzig neue Arbeitsplätze werden mit dem Standort geschaffen. Der Produktionsleiter aus Süddeutschland sei bereits eingestellt. Viele Bewerbungen liegen vor. Für weitere sei es aber nicht zu spät, so Projektleiter Andreas Kreutzer. „Wir beginnen jetzt mit den Gesprächen. Gesucht werden Bürokräfte, Lagerarbeiter und ein Logistiker.“ Nach der Anlaufphase im Juli will das Unternehmen täglich bis zu 25 Tonnen Kunstharze zur Beschichtung von Fußböden produzieren. Starten kann die Produktion aber erst, wenn der Tüv die Anlage und das Sicherheitssystem abgenommen hat.

 

 

 

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erstellt am 19.Jun.2014 | 10:54 Uhr

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