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Ludwigslust : Neues Leben im „Offiziantenhaus“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Joachim Thomalle aus Hamburg saniert das historische Gebäude Schweriner Straße 32 in Ludwigslust / Fertigstellung 2016

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2015 | 15:58 Uhr

Der Hamburger Joachim Thomalla ist zwar im Ruhestand, nutzt seine freie Zeit nun aber für die Sanierung eines Hauses in Ludwigslust. Es ist die Schweriner Straße 32, ein Eckhaus zur Seminarstraße.

„Wir haben vor, es zu einem reinen Wohnhaus umzubauen. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage entstehen jeweils zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen, im Dachgeschoss eine Drei-Raum-Wohnung“, erzählt der Investor bei einem Termin vor Ort in diesen Tagen.

Ludwigsluster werden sich erinnern, was sich noch vor einigen Jahren hier befand: Es war eine Samenhandlung und auch Blumenbinderei. Im Dezember 2012 hat der Hamburger Transportkaufmann das Gebäude gekauft. Da stand es schon leer. Es müsse gerade vorher geräumt worden sein, sagt der jetzige Investor, der das Haus zusammen mit seiner Familie erworben hat. Die Heizung sei noch gelaufen.

„In Hamburg war nichts Passendes für uns zu finden. Irgendwann sind wir auf dieses Objekt hier gestoßen“, erinnert sich Thomalla. Er möchte selbst in dieses Haus einziehen und weitere Wohnungen vermieten.

Die Fassade wird ihren ursprünglichen Zustand wieder erhalten, auch eine kleine Treppe, die vorher da war, bleibt bestehen.

Das Gebäude stammt bereits aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der damalige Hofbaumeister Barca hat es entworfen. Es war ein so genanntes Offiziantenhaus. Hier wohnten höhere Beamte des herzoglichen Hofes. Unter anderem soll der Hofmusikdirektor mit seiner Familie hier gewohnt haben.

Von dem Gebäude ist viel Ursprüngliches erhalten geblieben. Thomalla ist fasziniert von den Fassadenelementen. Auch wenn er nicht aus der Baubranche kommt, hat er ein Faible dafür. Es mag auch daher kommen, dass er sich weiland sein Geld für das Studium auf Baustellen verdient hat.

Wer ein denkmalgeschütztes Haus sanieren will, braucht bekanntlich einen langen Atem und in der Regel mehr Geld, als man es für einen adäquaten Neubau aufbringen müsste. Die Erfahrung hat auch Joachim Thomalla gemacht, hebt aber die gute Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde hervor, mit der man sich bisher stets schnell einig geworden sei. Da ging es zum Beispiel darum, hier und da Veränderungen am Dach vorzunehmen, um auch das oberste Geschoss wirtschaftlich nutzen zu können.

Eine gute Zusammenarbeit gibt es auch mit der GOS – Gesellschaft für Ortsentwicklung und Stadterneuerung, die ihren Sitz nur wenige hundert Meter weiter in Richtung Kanal hat. Die Ideen, die hier entstanden, seien überhaupt ausschlaggebend gewesen, warum sie das Haus schließlich gekauft hätten, so Joachim Thomalla.

Die Innenarbeiten gehen nach seiner Einschätzung gut voran. Der Bauherr rechnet mit einer Fertigstellung des Gebäudes im Sommer 2016.

Er spürt das Interesse der Stadt, dass sich in diesem Quartier was tut, namentlich Bürgermeister Reinhard Mach habe sich wissbegierig gezeigt. Für Thomalla ist das Ansporn.

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