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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 03:12 Uhr

Ludwigslust : Neues Dach für das Schweizerhaus

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Land plant umfangreiche Bauarbeiten am geschichtsträchtigen Gebäude. Neuer Pächter für Gastronomiebetrieb nicht in Sicht

von
erstellt am 04.Okt.2017 | 07:00 Uhr

Blätter tanzen über die Terrasse, ein Specht hämmert unentwegt sein Lied. Mehr ist am und im Schweizerhaus im Ludwigsluster Schlosspark derzeit nicht zu erleben. Die Türen des mehr als 200 Jahren alten, geschichtsträchtigen Gebäudes sind nach wie vor verschlossen. Sehr zum Leidwesen der Stadtvertreter. Sie hatten deshalb den Bürgermeister beauftragt, sich beim Land, dem jetzigen Eigentümer der Immobilie, nach dem weiteren Vorgehen zu erkundigen. Viel Neues brachte die Antwort jedoch nicht. „Es gibt große Bemühungen, das Schweizerhaus mit Leben zu erfüllen“, informierte Reinhard Mach auf der jüngsten Stadtvertretersitzung. Doch ein neuer Pächter oder anderer Nutzer ist derzeit nicht in Sicht. Dafür aber Bauleute.

Das Schweriner Finanzministerium bestätigte auf SVZ-Anfrage die Bemühungen, einen Pächter zu finden, verwies aber auf die damit verbundenen Schwierigkeiten. „Seit dem Erwerb des Schweizerhauses im Jahr 2014 hat das Land Anstrengungen unternommen, einen geeigneten Pächter zur gastronomischen Nutzung der Liegenschaft zu finden“, erklärte Pressesprecher Stefan Bruhn. „Diesbezüglich wurden diverse Verhandlungen mit potenziellen Pächtern geführt, die bedauerlicherweise bisher nicht zu einem Ergebnis führten.“ Dennoch halte das Land weiter an dem Vorhaben fest,  eine gastronomische Nutzung des Schweizerhauses  zu ermöglichen.

Doch zunächst sind umfangreiche Bauarbeiten an dem Gebäude geplant, das sich  nach Aussage von Stefan Bruhn gegenwärtig in einem überwiegend guten Gesamtzustand befindet. „Um eine Gefährdung des historischen Bauwerkes und seiner baugeschichtlich bedeutenden Ausstattung zu vermeiden, soll das stellenweise undichte Reetdach vollständig neu hergestellt werden“, erklärt der Pressesprecher.  Nach einer aktuellen Begutachtung des Dachstuhls solle zudem die hölzerne Dachkonstruktion teilweise überarbeitet sowie vorbeugende Holzschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Die Arbeiten sollen – in Abhängigkeit vom Wetter – noch in diesem Jahr ausgeführt werden.

Für das Vorhaben sind rund 160 000 Euro eingeplant. Das Land setzt dabei auf eine 100-prozentige Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die aber noch nicht bewilligt ist. Um das zu ermöglichen, habe die Stadt das Bauprojekt im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklung als förderwürdiges Projekt ausgewählt, so Bruhn.

„Wir fühlen uns für das Gebäude, das ja viele Jahre im Besitz der Stadt war, mit verantwortlich“, begründete Bürgermeister Reinhard Mach auf SVZ-Anfrage das Engagement der Kommune. „Das Land damit jetzt allein zu lassen, wäre unfair gewesen.“ Zudem hätten auch die Ludwigsluster ein großes Interesse daran, dass das Schweizerhaus vernünftig erhalten bleibt und wieder bewirtschaftet wird.

Das 1790 von Hofbaumeister Johann Joachim Busch errichtete Schweizerhaus steht seit Herbst 2013 leer. Damals war der Pächter vorzeitig aus dem Vertrag mit der Stadt entlassen worden, weil ein wirtschaftlicher Gastronomiebetrieb ob der stetig gestiegenen Nebenkosten, unter anderem für Versicherung, aber auch für Heizung und Strom, nicht mehr möglich gewesen sei (SVZ berichtete). Im Jahr 2014 verkaufte die Stadt das Haus an das Land.

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