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Ludwigsluster Tageblatt

20. September 2017 | 22:02 Uhr

Neuer Schaltpunkt am Brenzer Kanal

vom

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2010 | 07:25 Uhr

Brenz | Für das neue Schmuckstück des Energieversorgers Wemag, das gestern am Brenzer Kanal in Neustadt-Glewe eingeweiht wurde, ist es am besten, wenn es nach der Eröffnung nie wieder im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht. Schließlich soll das Umspannwerk der sicheren Stromversorgung in der ganzen Region dienen und nicht durch Ausfälle von sich Reden machen.

Umspannwerk und neue Hochspannungsleitung nach Spornitz, von diesem Duo profitiert der Solarpark Brenz als unmittelbarer Nachbar, der Park kann nun mit voller Leistung in das Wemag-Netz einspeisen. Gedacht ist die Investition der Energieschaltzentrale als Vorgriff auf die Zukunft der Region. Und die hängt vor allem an den Autobahnen A 24 und A 14. Die eine ist schon da, die andere soll noch kommen und vor allem Belebung durch Neuansiedlungen bringen. Doch das neue Werk kann auch jetzt schon Entlastung bringen, denn die Lage im Stromnetz ist jetzt schon angespannt. Windräder, Biogasanlagen und auch Photovoltaik drängen als Stromerzeuger ins Netz, und der Energieversorger muss sich kümmern, dass Einspeisung und Weiterleitung klappen. Doch von heute auf morgen ist das nicht zu schaffen, der Planungsvorlauf für das Umspannwerk betrug mehr als fünf Jahre. Nicht nur für Thomas Pätzold, den technischen Vorstand der Wemag, war das eindeutig zu lang.

Umspannwerk als Investition für Zukunft der Region

Dem kommunalisierten Energieversorger Wemag war der gestrige Termin besonders wichtig, weil sich im Fall Neustadt-Glewe auch optisch gut nachweisen lässt, dass in das an sich sehr alte Hochspannungsnetz investiert wird. In diesem Jahr geht es um 47 Millionen. Eine Summe, die auch in den kommenden Jahren vonnöten sein wird, denn das Hochspannungsnetz stammt noch zu wesentlichen Teilen aus dem Dritten Reich. Leitungserneuerung steht demzufolge auf dem Programm, z.B. zwischen Hagenow und Perleberg. Noch in diesem Jahr laufen nahe Perleberg Arbeiten, im kommenden Jahr sollen weitere Leitungsabschnitte ersetzt werden. Nach den Planungen der Wemag geht es allein hier um 28,5 Millionen Euro, die von 2009 bis 2014 als Investitionssumme geplant sind.

Landesinvestitionen sind das eine, die Weiterleitung in die Teile Deutschlands, wo der Strom auch benötigt wird, das andere. Nicht umsonst gibt es das 380-kV-Projekt zwischen Schwerin-Görries und Krümmel. Doch nachdem die Arbeiten in Mecklenburg mit forschem Tempo in diesem Jahr vorangetrieben wurde, stockt der Weiterbau derzeit an der Landesgrenze nahe Gudow, weil in Schleswig-Holstein nach SVZ-Informationen noch immer die nötige Planungsreife fehlt. Sinnvoll ist diese Stromautobahn jedoch nur, wenn sie den geplanten Anknüpfungspunkt erreicht. Denn die Zahl der Stromproduzenten steigt, und die Verbraucher im Land fehlen.

Und die müssen sich auf immer steigende Kosten einstellen, bis April sollen die Strompreise in zwei Etappen um zehn Prozent erhöht werden. Einer der Kostentreiber sind die Investitionen für die erneuerbaren Energien, die auf alle Verbraucher umgelegt werden. Und diese Kosten werden angesichts der Subventionierungen für den Ökostrom noch weiter steigen.

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