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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 09:22 Uhr

Grabow : Neuer Glanz für alte Schätze

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stadt Grabow lässt historisch wertvolle Pergamenturkunden aus dem Archiv von Schweriner Papierrestauratorin aufarbeiten

von
erstellt am 10.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Unter dem Dach des Rathauses, im historischen Archiv der Stadt Grabow, verbergen sich viele Schätze. Bücher, Urkunden und Dokumente – ein reicher Fundus zur Geschichte der bunten Stadt an der Elde. Vor Christian Krautz, der seine Ausbildung erfolgreich abschloss und nun bis zur Wiederkehr von Simona Pries aus dem Erziehungsurlaub diensthabender Stadtarchivar ist, liegt das „Mecklenburger Urkundenbuch“. „Das Werk, das bis in die 1930er-Jahre entstanden ist, umfasst 25 Bände. Dort sind auch unsere Grabower Urkunden dokumentiert.“

Christian Krautz holt unterdessen ein weiteres wertvolles Dokument hervor. Es ist eine Pergamenturkunde aus dem Jahre 1565. „Sie beschreibt Rechtsgeschäfte, die damals zwischen Hamburg und der Stadt Grabow gelaufen sind.“

21 wertvolle Pergamenturkunden aus dem Mittelalter befinden sich aktuell bei Ulrike Krüger in Schwerin. Sie ist Papierrestauratorin beim Landeshauptarchiv Schwerin und hat den Auftrag bekommen, diese anspruchsvolle Aufgabe bis zum Ende des Jahres auszuführen. „Insgesamt sind das 21 Urkunden“, so Christian Krautz. „Das älteste, wertvollste Dokument ist die Gründungsurkunde der Stadt Grabow vom 1. Januar 1252, ausgestellt von Volrath Graf von Dannenberg.“

Doch bei diesem Auftrag geht es nicht nur um die Pergamentdokumente, sondern auch um die Wachssiegel. „Diese haben im Laufe der Jahrhunderte doch einige Schäden davongetragen und werden ebenfalls restauriert“, sagt der 32-Jährige. Die 21 Urkunden umfassen einen Zeitraum von 1252 bis 1770 – und das war auch der Ansatz für die Formulierung des Projekts. Es heißt „Siegel trifft Pergament – 500 Jahre Urkundenüberlieferung von 1252 bis 1770 im Stadtarchiv Grabow“. „Und wir haben erneut Glück gehabt, dass das Vorhaben finanziell gefördert wird“, freut sich Christian Krautz. „Grabow hat sich dafür beworben und das mit Erfolg. Der Bescheid ist eingetroffen, und der Stadt wurde eine einjährige Modellprojektförderung bei der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) in Berlin genehmigt.“ Fördergelder in Höhe von 3000 Euro bekommt die Stadt für dieses Projekt.

Und der Arbeitsprozess ist bereits angelaufen, am 17. August hatte Restauratorin Ulrike Krüger die Dokumente abgeholt. Zuvor hatte sie an Ort und Stelle im Archiv Grabow zu den vorhandenen Urkunden ein Gutachten erstellt, was an Arbeiten im Zuge der Restaurierung auszuführen ist. „Es kommt auf die Materialien an, welche Arbeitsprozesse anstehen. Hier handelt es sich um Tierhäute, die Grundlage des Pergaments sind. In der Regel wurden damals Schafshäute verwendet.“

Grabow hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren in der Archivierung alter Dokumente viel erreicht und damit auch außerhalb der Stadt- und Kreisgrenzen auf sich aufmerksam gemacht. Angefangen hat es mit den Protokollbüchern, danach waren es die Auswandererakten der Amerikafahrer aus Grabow und umliegenden Dörfern, die umfassend saniert und so der Nachwelt erhalten bleiben. Nun sind die 21 historischen Dokumente an der Reihe, und Ulrike Krüger hat in ihrer Werkstatt schon die ersten Arbeiten abgeschlossen. „Ich habe, als ich die Urkunden geholt habe, alles aufgelistet. Die Urkunden wurden vermessen und die Schäden aufgenommen. Die Pergamentdokumente habe ich mechanisch mit einem Radierschwamm gereinigt. Für die Urkunden wird eine Verpackung angefertigt, die eine lange Haltbarkeit fast bis in alle Ewigkeit garantiert“, so die Schweriner Papierrestauratorin im Gespräch mit SVZ.

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