Dömitz : Neuer Anstrich wider Willen

Die Fachwerk-Fassade des Dömitzer Rathauses wird gestrichen. Die Stadt muss sich der Vorgabe der Denkmalpflege fügen.
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Die Fachwerk-Fassade des Dömitzer Rathauses wird gestrichen. Die Stadt muss sich der Vorgabe der Denkmalpflege fügen.

Stadt Dömitz hat sich lange gegen Vorgabe des Landesdenkmalschutzes gewehrt – und muss sie jetzt doch umsetzen

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23. August 2016, 05:00 Uhr

„An diesen Anblick wird man sich erst gewöhnen müssen“, sagt Bürgermeister Helmut Bode und spielt damit auf die farbliche Veränderung des Dömitzer Rathauses an. Ein Malerbetrieb ist gerade dabei, die Fassade des denkmalgeschützten Hauses zu streichen. „Es ist ein monochromer Anstrich in einem grau-grünen Farbton“, erklärt Helmut Bode. „Meinen Geschmack trifft das nicht.“

Aber um den Geschmack des Bürgermeisters und anderer Dömitzer geht es nicht. „Der Anstrich ist eine Forderung des Denkmalschutzes und war Bestandteil der Baugenehmigung (für die Sanierung des Rathauses, d. Red.)“, erklärt Helmut Bode. „Wir haben dennoch versucht, ihn zu verhindern. Aber da führte kein Weg rein.“

„Das Farbkonzept ist Teil der denkmalpflegerischen Zielsetzung, die wiederum Teil der Baugenehmigung ist“, erklärt Andreas Wißuwa, Fachdienstleiter Bauordnung beim Landkreis Ludwigslust-Parchim, auf SVZ-Anfrage. Seine Behörde könne laut Denkmalschutzgesetz nur im Einvernehmen mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege entscheiden. Und das Landesamt hatte auf Basis historischer Belege den monochromen Anstrich – über die Balken des Fachwerks hinweg – gefordert. „Dem haben wir uns angeschlossen“, so Andreas Wißuwa. „Dagegen hatte die Stadt Dömitz Widerspruch eingelegt.“ Am Ende musste sie nun doch einlenken und den geforderten Anstrich anbringen lassen.

Dass keine drei Jahre nach der feierlichen Einweihung des sanierten Rathauses dort schon wieder der Pinsel geschwungen werden muss, hatte viele Menschen verwundert. Wenigstens halten sich nach Aussage von Helmut Bode die Zusatzkosten in Grenzen. „Im Zuge der Sanierung war nur der Grundanstrich aufgebracht worden“, erklärt der Bürgermeister. „Jetzt erfolgt also der zweite Anstrich, der ohnehin vorgesehen war.“ Allerdings habe das erneute Aufstellen des Gerüstes zusätzliche Kosten verursacht.

Nachvollziehen kann der Bürgermeister die Entscheidung trotzdem nicht. „Das Rathaus passte, so wie es bisher dastand, in das Gesamtbild mit den umliegenden Häusern“, so Bode. „Und wenn ich ein Fachwerkhaus habe, sollte das Fachwerk meiner Meinung nach auch zu sehen sein.“ Wenn die Maler ihr Werk vollendet haben, bleibt dem Bürgermeister nun nichts anderes übrig, als sich an den neuen Anblick zu gewöhnen…

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