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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 19:59 Uhr

Grabow : Neuer Ärger um „Alt-Anschließer“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Informationsveranstaltung im Grabower Rathaus mit Grundstückseigentümern

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Warum muss ich für die Herstellung eines Abwasseranschlusses zahlen, der schon in den sechziger Jahren im so genannten Nationalen Aufbauwerk (NAW) noch dazu mit meinem eigenen Zutun gebaut worden ist? In dieser Frage kulminiert alles, was die „Altanschließer-Problematik“ bei den Abwasserbeiträgen ausmacht. Dieses Thema stand auch im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung am Montagabend im Grabower Rathaus.

In der Eldestadt hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die die „Altanschließerfrage“ aufgreift. Es gibt viele Grundstücksbesitzer, die nicht einsehen, warum sie nach eigener Aussage für Leistungen zahlen sollen, die viele Jahre zurückliegen. Der Sitzungssaal des Grabower Rathauses war darum auch mit rund 50 Interessenten gut gefüllt. Nach Aussage von Bürgermeister Stefan Sternberg hat der zuständige Abwasserzweckverband Fahlenkamp rund sechzig Prozent der Beitragsbescheide verschickt. Eingeladen waren all jene, die sich dagegen wehren.

Dr. Martin Homann von der Bürgerinitiative reichte am Ende der Veranstaltung eine Unterschriftenliste herum, die an den Petitionsausschuss des Landtages gehen soll und worin sich die Grabower gegen diese Beitragspraxis wehren wollen. Denn die Schuldigen sitzen nach ihrer Meinung nicht beim Abwasserzweckverband, sondern in der Landespolitik.

Es gab viele Fragen. Warum hat es nicht gleich eine Rechnung gegeben, als die Kläranlage 1993 fertiggestellt war? Müssen wir wirklich nur noch einmal bezahlen oder kommt in Abständen eine neue Rechnung? Die Forderung nach einer schriftlichen Versicherung wird laut, dass das Problem mit einer Einmalzahlung erledigt ist. Bürger sind außerdem der Meinung, dass der Abwasserzweckverband eine viel zu große Kläranlage gebaut hat, eine Behauptung, der der Verband widerspricht. Auch die Zahlungsfrist von vier Wochen halten viele für eine Zumutung. Die Forderung wird zudem laut, die Bürger besser zu informieren und dazu nicht nur das Internet zu nutzen.

Trotz angespannter Atmosphäre bleibt die Veranstaltung sachlich. Geduldig bemühen sich Otto-Karl Paesel, der Betriebsleiter des Zweckverbandes, und Rechtsanwalt Thomas Blaudszun, seit 14 Jahren rechtlicher Vertreter des AZV, um verständliche Antworten. Allerdings ist die komplizierte rechtliche Materie kaum verständlich rüberzubringen.

„Wenn Sie Fragen haben, vereinbaren Sie einen Termin mit uns, so dass wir gemeinsam Unklarheiten aus dem Weg räumen können“, bietet der Betriebsleiter an. Und die werden bestehen bleiben, gerade weil den meisten Bürgern schwant, dass der „Alt-Anschließerbeitrag“ bleiben wird.

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