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Bürgermeister kämpft um Mediziner-Nachfolge in Eldena : Neuem Hausarzt den Start versüßen

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Ihr Heimatort ohne Hausarztpraxis - das können sich die Eldenaer nicht vorstellen. Daher kämpfen die Gemeindevertreter um die Nachfolge eines Hausarztes. Sie wären sogar bereit, Gemeindehausräume zur Praxis umzubauen.

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2013 | 06:26 Uhr

Eldena | Ihr Heimatort ohne Hausarztpraxis - das können sich Bürgermeister Reinhard Tiede und die Gemeindevertreter nicht vorstellen. Sie kämpfen, um eine Nachfolge für die Praxis des Arzt-Ehepaares Didrich zu finden, das Ende März seine Praxisräume für immer geschlossen hat (SVZ berichtete). Ein Nachfolger ist mit Dr. Dirk Grotkopp, der bislang in Spornitz und Zarrentin praktiziert, in Sicht. Doch noch ist nicht alles geregelt.

Die Telefone zwischen dem 50-jährigen Facharzt für Allgemeinmedizin, der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Schwerin und Bürgermeister Tiede stehen nicht still. Die Gemeindevertretung hat sich bereits geeinigt, dem möglichen künftigen Eldenaer Mediziner Grotkopp Räume im Gemeindehaus in der Bahnhofstraße oder in der ehemaligen Realschule auf dem Schulgelände zur Praxis auf Kosten der Kommune umzubauen. Die so geschaffenen Praxisräume würden dann von der Gemeinde wiederum an den Mediziner vermietet. Das alles solle in kürzester Zeit zu bewerkstelligen sein, hieß es von Bürgermeister Tiede: "Wir kämpfen für den Fortbestand einer Hausarztpraxis im Sinne unserer Einwohner in der gesamten Gemeinde."

Während es im Ort in der Gerüchteküche bereits hieß, dass die Praxiseröffnung noch in diesem Monat sein solle, benötigt der Entscheidungsträger, die Kassenärztliche Vereinigung in Schwerin, noch Beratungszeit, wie von Hauptabteilungsleiter Oliver Kahl von der KV gestern zu erfahren war. "Wir sind grundsätzlich bereit, den uns mittlerweile vorliegenden Antrag von Dr. Grotkopp positiv zu bescheiden. Allerdings müssen die Gremien alle Rahmenbedingungen prüfen und letztlich daraus das Ergebnis verantworten. Auch über einen Termin möchte ich derzeit nicht spekulieren. Die Entscheidung wird aber in Kürze fallen", lautete die telefonische Auskunft vom Hauptabteilungsleiter.

Was die KV berücksichtigen will, so Kahl, und was durch ein Telefonat mit Dr. Grotkopp bestätigt wurde, ist der Fakt, dass der im Landkreis Lüchow-Dannenberg wohnende Mediziner in Zarrentin und Spornitz praktiziert. Der Bewerber würde für den Fall, dass er die Zulassung für Eldena erhält, eine der beiden Praxen künftig nicht mehr betreiben. Seine Praxis in Spornitz hatte der vorher im niedersächsischen Uelzen praktizierende Facharzt erst im Jahre 2010 mit ebenfalls großer Unterstützung der Gemeindevertretung und der Bevölkerung eingerichtet.

In Eldena praktizieren zu können, das hätte für ihn gleich mehrere positive Folgen, so der Mediziner. Doch gerade die Auswirkungen auf die medizinische Versorgung in Spornitz und Zarrentin mit Sicht auf die Verhältnisse in Eldena seien Gegenstand der derzeitigen KV-Beratungen.

Die Ende März endgültig geschlossene Gemeinschaftspraxis vom Arzt-Ehepaar Didrichs in Eldena für seine Zwecke zu nutzen, darüber sei er mit den Eigentümern nicht übereingekommen, so die Auskunft von Grotkopp. Allerdings, und das bereitet der Eldenaer Gemeindevertretung derzeit einiges an Kopfzerbrechen, ist Dr. Grotkopp der einzige von mehreren Bewerbern, der in einem Ort mit gut über 1100 Einwohnern überhaupt praktizieren würde. Wie die KV weiß auch Bürgermeister Tiede, dass es besonders schwer ist, Mediziner als Hausärzte aufs Land zu ziehen. Für die Gemeinde Eldena wäre der Verlust einer Hausarztpraxis ein schwerer Schlag, wie Bürgermeister und Gemeindevertreter unumwunden zugaben.

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