Ludwigslust/kummer : Neue Wege an den Grundschulen

Städtische Grundschulen begrüßen Ende August 110 Erstklässler / Techentin hat nach Ansturm mit 28 Kindern größte erste Klasse

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21. Juli 2014, 10:15 Uhr

Die Techentiner Grundschule wächst – zumindest hinsichtlich der Schülerzahl. Ab Ende August werden dort 91 Mädchen und Jungen lernen – acht mehr als im zurückliegenden Schuljahr. Die Hälfte des Zuwachses resultiert aus der großen Zahl an Abc-Schützen. Am 23. August werden in Techentin 28 Mädchen und Jungen eingeschult. Und es hätten noch mehr sein können. Ursprünglich lagen 42 Voranmeldungen vor, die allerdings nicht alle berücksichtigt werden konnten. „Viele Eltern schätzen das Behütete einer einzügigen Schule“, kommentiert Schulleiterin Simone Dahnke den Ansturm.

Um die Zahl der Erstklässler auf ein vertretbares Maß zu reduzieren, habe die Stadtverwaltung zunächst Familien von außerhalb auf Schulen in Wohnortnähe verwiesen, wie Ines Jammer-Lühr, Fachbereichsleiterin Bildung und Soziales, erklärte. Je zwei Kinder sind im Zuge der Einschulungsuntersuchungen für ein Jahr zurückgestellt bzw. an die Diagnose-Förderklasse (DFK) verwiesen worden. Andere Eltern habe die geringere Klassengröße an der Fritz-Reuter-Grundschule überzeugt, wo nach den Ferien drei erste Klassen mit je 18 Schülern sowie die DFK 0-Klasse mit elf Kindern starten werden.

Aber auch in Techentin wurde ein Weg gefunden, damit die Schüler möglichst oft in kleinerer Runde lernen können. „In den Hauptfächern wird die Klasse in Lerngruppen geteilt“, erklärte Simone Dahnke. Das betreffe etwa Deutsch und Mathe, aber auch Kunst und Werken. „Wir wollen den Erstklässlern einen guten Start bereiten. Was zu Beginn versäumt wird, kann man später nicht mehr aufholen.“

Die Fritz-Reuter-Schule ist Standort(grund)schule für Migrationskinder und führt zudem Diagnose-Förderklassen und Klassen für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche. Mit besonderen Angeboten schreitet sie auf dem Weg zur inklusiven Schule voran. „Unsere Kindergruppen sind so heterogen wie nie und weisen eine große Vielfältigkeit auf“, heißt es in einem Brief an die Eltern. Aber Vielfalt mache stark, wenn man sie erkennt und akzeptiert.

Ab nächstem Schuljahr solle es einen weitgefächerten Projektunterricht geben, um den Kindern mehr Verantwortung für ihr Lernen zu übertragen und der Heterogenität der Klassen besser gerecht zu werden, erklärte Schulleiterin Cornelia Schubring. „Erstmalig wird an der Schule eine PmsA, Personal mit sonderpädagogischen Aufgaben, für 30 Stunden zur Verfügung gestellt. Sie wird unterrichtsbegleitend in den einzelnen Klassen gemeinsam mit der Klassenlehrerin arbeiten.“ Das Online-Leseprojekt Antolin, zeitlich gestaffelte Hofpausen und Schulgartenunterricht sind weitere Vorhaben. Mit 250 Schülern hat die Reuter-Schule ihre Kapazitätsgrenze erreicht.

Gute Nachrichten von der Grundschule in Kummer: Nachdem es im Vorjahr nur neun Erstklässler gegeben hatte, werden diesmal 17 Mädchen und Jungen eingeschult. Sie werden – wie ihre älteren Mitschüler – dann auch an einem Smartboard lernen können. Das ist eine weiße Tafel, auf die der Bildschirm eines Computers projiziert wird. Die Objekte des Bildschirmbildes können direkt am Smartboard bewegt werden. „Das Smartboard ist bei den Kindern begehrt und motiviert sie zum Lernen“, sagte Schulleiterin Ruth Langner. „Da arbeiten sogar Schüler aktiv mit, die sich sonst eher zurückhalten.“ Geplant sei zudem ein Kursunterricht, in dem Schüler mehrerer Klassenstufen zusammen lernen. Zunächst sind für jedes Kind pro Woche eine Stunde in Mathe und eine in Deutsch geplant. „Wir wollen den jahrgangsübergreifenden Unterricht jedoch ausbauen“, so Ruth Langner.


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