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Ludwigsluster Tageblatt

17. Dezember 2017 | 03:36 Uhr

Warlow : Neue Pläne für alte Ställe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landwirt will in Warlow künftig rund 1000 Mastrinder halten und stellt sich Fragen der Anwohner.

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2017 | 07:00 Uhr

Werden die Tiere viel Lärm machen? Wie steht es um die Geruchsbelästigung? Halten die Straßen die Transporte aus? Diese und weitere Fragen zu den Stallanlagen in Warlow an der Kreisstraße 34 interessierten die Anwohner auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Der neue Eigentümer der Anlagen, Arie-Jan van Dam, und sein Unternehmensberater Harmen Palsma standen vor Ort Rede und Antwort. Und auch die vom Land geforderte Selbsteinschätzung der Gemeinde im Rahmen des Gemeinde-Leitbildgesetzes MV beschäftigte sowohl die Vertreter als auch die Bürger.

In den Stallanlagen, die der holländische Eigentümer van Dam Anfang dieses Jahres gekauft hatte, können künftig bis zu 1400 Mastrinder untergebracht werden. Dabei soll es sich um Bullen handeln, die nicht älter als acht Monate sein sollen. Für diese Anzahl wurde eine Genehmigung eingeholt, letztlich sollen aber nur 800 bis 1  000 Tiere in den Ställen leben. Der Holländer plant jetzt erst einmal den Umbau und die Modernisierung der Anlagen, um sie tiergerechter zu gestalten. Dabei will er vor allem Handwerker aus Warlow und der Region beschäftigen. Unterstützt wird der Eigentümer von seinem Unternehmensberater Harmen Palsma, der in Wöbbelin lebt. Zunächst muss aber noch der Bebauungsplan vorgelegt und öffentlich ausgelegt werden. „Das wird alles noch einige Zeit dauern“, vermutet Bürgermeister Rainer Zimmermann.

Die Sorgen der Anwohner sind schon heute da. Dabei geht es vor allem um die Geruchsbelästigung und die Anzahl der Transporte durch die Gemeinde, wie aus dem Zuschauerbereich im Gemeindehaus zu hören war. „Wir wollen Lärm und Geruch natürlich so gering wie möglich halten. Wir planen zum Beispiel einmal in der Woche die Futteranlieferung und etwa dreimal wöchentlich den Gülletransport“, so Arie-Jan van Dam. Nächtliche Transporte sollen die Ausnahme bleiben. Außerdem werden die Tiere in geschlossenen Ställen untergebracht, und die Belastung sei laut der langjährigen Erfahrung des Eigentümers bei Jungtieren ohnehin viel geringer.

Besonders wichtig ist es Bürgermeister Rainer Zimmermann außerdem, dass der Firmensitz der GmbH in Warlow angemeldet wird. „Dabei geht es uns um die Gewerbesteuer. Gewerbe gibt es ja bei uns nicht so viel und deshalb müssen wir an alle möglichen finanziellen Einnahmen denken.“ Palsma signalisierte, dass dies auch im Sinne der GmbH sei.

Die Anzahl der angemeldeten Gewerbebetriebe spielt auch bei der Selbsteinschätzung im Rahmen des Gemeinde-Leitbildgesetzes eine Rolle. „Ich habe selbst mal überschlagen und bin dabei auf 72 von möglichen 100 Punkten für unsere Gemeinde gekommen“, verkündete Rainer Zimmermann stolz. Zukunftsfähige Gemeinden sollten mindestens 50 Punkte erreichen, sonst würde ihnen eine Fusion nahegelegt. „Das wird in Warlow aber nicht der Fall sein“, erklärte Wolfgang Utecht, leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Ludwigslust-Land. Auch Punkte wie Zu- und Wegzüge, Wahlbeteiligung, Steuern, stabile Einwohnerzahlen, ein funktionierendes Gemeindeleben oder die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr werden in der Matrix berücksichtigt. Aktuell sitzt die Gemeindevertretung noch an einem konkreten Entwurf der Selbsteinschätzung, der dann im Oktober eingereicht werden soll. „Ich bin jedoch sehr optimistisch. Wir nehmen uns aber auch genügend Zeit für die Einschätzung“, so Zimmermann.

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