Wöbbelin : Neue Namenssteine für KZ-Häftlinge

Viertklässler der Grundschule Wöbbelin beim Arbeitseinsatz in den Mahn- und Gedenkstätten.
Viertklässler der Grundschule Wöbbelin beim Arbeitseinsatz in den Mahn- und Gedenkstätten.

Würdiges Gedenken am Wochenende zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin

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30. April 2015, 07:00 Uhr

Sie harkten die Wege, zupften Unkraut und reinigten Grabplatten – Mädchen und Jungen aus der Grundschule Wöbbelin sowie Mitglieder des Fördervereins trafen sich in dieser Woche auf dem Ehrenfriedhof zum Arbeitseinsatz. Sie leisteten so in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin ihren Beitrag zur würdigen Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Wöbbelin und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

Klassenleiterin Silke Finkbeiner: „Es ist Tradition geworden, dass unsere jeweils 4. Klasse jedes Jahr Anfang Mai einen Arbeitseinsatz auf dem Gelände durchführt. Kinder der Klasse werden auch am 1. Mai auf der Gedenkveranstaltung auf dem Ehrenfriedhof hier in Wöbbelin dabei sein, unter anderem das Moorsoldatenlied singen.“

Aus Anlass des Jahrestages laden der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. und der Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin e.V. für den 1. und 2. Mai gemeinsam zur „Internationalen Begegnung der Generationen“ ein. Wie Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, informiert, werden dazu viele Gäste aus dem In- und Ausland erwartet: Überlebende aus Polen, den USA und Deutschland sowie Angehörige von ehemaligen Häftlingen und Opfern vor allem aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich.

„An das Leiden der Opfer wird in den Gedenkveranstaltungen an verschiedenen historischen Orten, die mit der Geschichte des KZ Wöbbelin zusammenhängen, erinnert“, so Ramona Ramsenthaler.

Dazu gehört auch die Gedenkveranstaltung am Ehrenfriedhof der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin am Freitag, dem 1. Mai. Um 17 Uhr wird hier in Anwesenheit der Mecklenburger Künstlerin Dörte Michaelis eine neue Denkmalanlage mit 82 Namenssteinen eingeweiht. Es sind Namen von Opfern, die im Zeitraum vom 17. Februar bis zum 24. März 1945 gestorben sind und 1951 auf diesen Ehrenfriedhof umgebettet wurden. Unter den Gästen werden sich Familienangehörige dieser Opfer befinden. Ebenfalls am Freitag (18.30 Uhr) präsentieren Schüler des Gymnasiums Fridericianum Schwerin das Theaterprojekt „Anne Frank“ in der Stadthalle Ludwigslust.

Am Tag der Befreiung des KZ Wöbbelin, dem 2. Mai, wird um 10 Uhr im Rahmen des Ökumenischen Gottesdienstes in der Ev.-Lutherischen Stadtkirche das Triptychon für Klavier und Querflöte des Überlebenden Janusz Kahl in einer deutschen Uraufführung erklingen.

Nach dem stillen Gedenken am Ehrenfriedhof (Gedenkstätte Am Bassin) gibt es auch die Möglichkeit mit einem Bus kostenlos zur zentralen Gedenkfeier in die KZ-Gedenkstätte des ehemaligen Lagergeländes an der B 106 zu fahren. Um 12 Uhr werden dort neben ehemaligen Häftlingen auch viele Angehörige und Vertreter Internationaler Opfer- und Überlebendenverbände sowie von Gedenkstätten aus den Niederlanden, Frankreich und Belgien teilnehmen. Es sprechen Bildungsminister, Mathias Brodkorb, Landrat Rolf Christiansen und der ehemalige Häftling Janusz Kahl aus Polen.

Der Bus fährt gegen 13 Uhr zurück nach Ludwigslust. An allen Tagen kann in den Mahn- und Gedenkstätten die im August 2014 eröffnete Dauerausstellung zur Geschichte des KZ Wöbbelin besichtigt werden.




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