zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

19. Oktober 2017 | 05:50 Uhr

Neu Kaliss : Neue Möbel für die Schule

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neu Kaliß investiert in diesem Jahr knapp 100 000 Euro – und zahlt fast genauso viel an Vereine und Verbände und für andere freiwillige Aufgaben

svz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Mehr als 600 000 Euro aus der Gewerbesteuer – davon können viele Gemeinden nur träumen. In Neu Kaliß sind sie Realität. Trotzdem ist es der Gemeinde nicht gelungen, für 2014 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Das heißt: Die Ausgaben werden die Einnahmen voraussichtlich übersteigen. Dabei leben die Neu-Kalisser keineswegs auf zu großem Fuße. Doch sie möchten sich neben den Pflichtaufgaben auch Ausgaben leisten, zu denen sie nicht verpflichtet sind. „Wir sind uns einig, dass wir bei den freiwilligen Leistungen nicht streichen wollen“, sagt Bürgermeister Burkhard Thees bestimmt. „Denn was wir an Vereinen und Verbänden jetzt kaputt machen, bekommen wir nicht wieder aufgebaut.“

Die Unterhaltung des Sportplatzes, Zuschüsse für Sport- und Karnevalsverein, Volkssolidarität und andere Vereine, der Jugendklub mit einer fest angestellten Mitarbeiterin – fast 100 000 Euro will Neu Kaliß in diesem Jahr für solche freiwillige Aufgaben ausgeben. „Damit können wir gerade im Sportbereich viel für Kinder und Jugendliche bieten, die zum Teil auch aus anderen Dörfern kommen“, sagt Burkhard Thees. „Aber das ist auch gut so. Kleinere Gemeinden können das nicht leisten.“

Rund 1900 Einwohner hat die Gemeinde derzeit. Das könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der demografische Wandel auch in Neu Kaliß Spuren hinterlässt und hinterlassen wird. Um so glücklicher ist der Bürgermeister über jeden Neubürger. „Zehn Eigenheime sind in jüngster Vergangenheit gebaut worden“, berichtet Burkhard Thees. „Jeder, der Interesse hat, kann sich bei uns melden. Wir unterstützen, wo es geht.“ Oft seien es junge Leute, die jahrelang in Hamburg gearbeitet und gewohnt haben, aber deren Wurzeln in der Region liegen.

In puncto Infrastruktur hat Neu Kaliß ihnen einiges zu bieten. Kindertagesstätte, Schule, Arzt und Zahnarzt, Bäcker, Supermarkt, Apotheke – im Ort gibt es alles. Und vor allem Arbeitsplätze. „Bevor Straßen oder irgendetwas anderes gebaut wurden, hatte die Gemeinde nach der Wende zuerst das Industriegebiet ausgewiesen und erschlossen“, blickt Thees zurück. Eine Strategie, die sich ausgezahlt hat. Heute gibt es um die 700 Arbeitsplätze in der Gemeinde, rund die Hälfte davon in der Industrie. Die anderen Jobs steuere der Mittelstand bei – Handwerker, Baubetriebe, Arbeitgeber der Gesundheitsbranche und andere mehr. Dank der Firma Neu Kaliss Spezialpapier und des psychiatrischen Pflege-Wohnheims gebe es zudem viele Stellen für Frauen. „Die Unternehmen sichern uns zudem Steuereinnahmen, die allerdings nicht genau planbar sind“, sagt der Bürgermeister. Im vergangenen Jahr zum Vorteil der Gemeinde. Obwohl auch der 2013er-Haushaltsplan nicht ausgeglichen war, kam die Gemeinde schließlich ohne Kassenkredite aus. Mehr noch. „Wir werden ein bisschen Geld mit ins Jahr 2014 nehmen können“, so Thees. „Wir haben aber auch jeden Euro dreimal umgedreht und immer gut überlegt, was Priorität hat, was sofort erledigt werden muss, was ins nächste Jahr verschoben werden kann.“

Das soll auch in diesem Jahr so bleiben. Doch einige Investitionen sind trotzdem geplant. Für die Schule sollen Mobiliar, Computertechnik und Bücher für die Bibliothek angeschafft werden. Der Treff der Volkssolidarität soll endlich neue Stühle bekommen, und die Zuwegung zu den Garagen gegenüber dem Marktplatz wird erneuert. Geplant ist zudem, den Friedhofsweg zu befestigen – wenn die Anlieger mitgehen. Im Frühjahr soll es eine Einwohnerversammlung geben. „Es bringt ja nichts, etwas zu machen, das die Leute dann nicht bezahlen können“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die fälligen Anliegerbeiträge. Rund 35 000 Euro hat die Gemeinde für dieses Vorhaben in den Haushalt eingestellt. Das ist rund die Hälfte der gesamten Investitionsausgaben. Hinzu kommen weitere 24 000 Euro aus dem Sonderhilfeprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Geld soll laut Beschluss der Gemeindevertretung für die Gehwege und die Straßenbeleuchtung ausgegeben werden. In den kommenden beiden Jahren sind jeweils weitere 18 000 Euro aus diesem Topf zu erwarten.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen