Neue Maschinen für das Werk Süd

Testlauf: Projektleiter Tim Velau, seit gut sechs Jahren im Unternehmen, checkt ein fertig montiertes ACS-Fertigungssystem.
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Testlauf: Projektleiter Tim Velau, seit gut sechs Jahren im Unternehmen, checkt ein fertig montiertes ACS-Fertigungssystem.

Wirtschaftsminister besucht Ludwigsluster Firma Rattunde / Arbeiten zur Erweiterung der Produktion laufen noch

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19. Juli 2018, 21:00 Uhr

Zwei nagelneue Fräsmaschinen stehen in der fast leeren Halle.Handwerker sind dabei, an der Seite einen Raum abzutrennen. In der Werkhalle des einstigen Alstom-Werkes läuft noch der Umbau. Die Firma Rattunde, die Grundstück und Gebäude vor einem Jahr gekauft hatte, will dort – in ihrem Werk Süd – alle Fräsarbeiten konzentrieren. Und im Werk Nord Platz für die Montage ihrer Kaltkreissägemaschinen gewinnen. „Wir haben derzeit drei Teams, die jeweils zehn Maschinen pro Jahr montieren. Jetzt sind wir dabei, ein viertes Team zu schaffen“, erklärte Werkleiter Gerald Pfeiffer Harry Glawe. Der Wirtschaftsminister hatte auf seiner gestrigen Unternehmertour auch die Firma Rattunde besucht, die in diesem Jahr zu den Finalisten des Landeswettbewerbs „Unternehmer des Jahres“ in der Kategorie „Unternehmensentwicklung“ gehört hatte. Mit ihm waren Hans Thon und Siegbert Eisenach, Präsident und Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin, nach Ludwigslust gekommen.

Fast drei Millionen Euro hatte Rattunde für den Kauf des Alstom-Geländes ausgegeben, knapp zwei Millionen werden es für den Umbau sein. Und eine Million Euro haben die neuen Fräsmaschinen gekostet. „Aber ein Büroneubau auf unserem Gelände wäre viel teurer und die schlechtere Lösung gewesen“, so Gerald Pfeiffer.

Die Firma Rattunde produziert Kaltkreissäge-Fertigungssysteme mit dem Markennamen „ACS“, die Rohr- und Vollmaterial nicht nur präzise sägen. „Sie können die Werkstücke auch anfasen, Gewinde schneiden, waschen und mit Laser vermessen“, erklärte Gerald Pfeiffer. „Bis zu 12 000 Stück pro Stunde.“ Die Käufer der Maschinen sind zumeist Zulieferer der Automobilindustrie. Kopfstützen, Airbag-Patronen, Seitenaufprallschutz – in einem Fahrzeug gibt es viele Rohre. Mittlerweile arbeiten 316 ACS-Fertigungszentren aus dem Hause Rattunde fast überall auf der Welt. Vertrieb und Service für Nordamerika wird über Niederlassungen in den USA und in Mexiko abgesichert.

„Sie produzieren Spitzentechnologie, die Sie weltweit vermarkten“, stellte Harry Glawe anerkennend fest. „Das spricht dafür, dass Ihre Mitarbeiter hochqualifizierte Arbeit leisten können.“ Und er verwies darauf, dass es auch in Mecklenburg-Vorpommern Produzenten in der Automotive-Branche gebe – rund 100.

Die Zahl der produzierten ACS-Fertigungssysteme ist in den vergangenen Jahren nicht gestiegen. Aber deren Komplexität. Und so ist nach Aussage von Gerald Pfeiffer in den vergangenen Jahren der Umsatz von 34 Millionen Euro im Jahr 2015 auf rund 40 Millionen Euro im Vorjahr gewachsen. Das Gleiche gilt für die Mitarbeiterzahl. Anfang September werden nach Aussage von Assistentin Katrin Maurer 285 Frauen und Männer zur Belegschaft gehören, darunter 24 Auszubildende, duale Studenten und Umschüler. Das Unternehmen tut einiges, um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu sichern. „Wir haben sehr viel Potenzial in der Firma und müssen sehen, wie wir das Personal weiterentwickeln können“, so Katrin Maurer. Es gebe eine eigene Akademie und einen Schulungsstand. Harry Glawe verwies auf Fördermöglichkeiten. So könnten kleinen und mittleren Unternehmen im Land Lohnkostenzuschüsse gezahlt werden, wenn Absolventen mit technischem Hochschulabschluss eingestellt werden.

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