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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 22:32 Uhr

Ludwigslust : Neue Lösungen für das Kinderhaus

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Stift Bethlehem bietet ab Juni dieses Jahres Wohnkonzept für Menschen mit psychischen Behinderungen und Pflegebedarf an

Baldur Hansen passt ein dickes Rohr an. Der Stralsunder schafft damit die Möglichkeit, dass Leitungen später darin verschwinden können. Sein Kollege Torsten Husader schleppt eine Platte zur Leiter, steigt hinauf und schraubt sie an. Er fängt gerade erst an damit, und die Wand ist noch lang.

Es gibt noch viel Arbeit im Bodelschwingh-Haus des Stifts Bethlehem, das einst zunächst den Johannitern als Krankenhaus und dann als Kinderhaus des Stiftes diente, nun aber seit vielen Jahren leer stand.

Aber am 1. Juni dieses Jahres soll alles fertig sein. Dann wird hier absolutes Neuland betreten. Das Stift Bethlehem schafft die Voraussetzungen für ein Wohnkonzept für Menschen mit psychischen Behinderungen und Pflegebedarf (ab Pflegegrad zwei).

Es entstehen zwei Wohngruppen – eine mit acht, die andere mit zwölf Personen. Jeder Bewohner wird sein eigenes Zimmer bekommen, jeweils zwischen 15 und 25 Quadratmeter groß. Eingeschlossen ist eine eigene Nasszelle, allerdings keine Küche. Diese bildet einen zentralen Bestandteil der Wohngruppe und soll von den Bewohnern gemeinsam genutzt werden. Das Stift ist lediglich der Investor des neuen Hauses. Die Wohngruppen sollen sich später zu einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) zusammenschließen und unter sich den Rahmen des Zusammenlebens vereinbaren.

Dazu gehört zum Beispiel, sich auf eine Präsenzkraft zu einigen, die als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Die Pflegedienste sind indessen frei wählbar. Allerdings sind besondere Anforderungen dadurch gestellt, dass die Pflegekräfte mit psychischen Erkrankungen zurechtkommen müssen.

Der Umbau des Bodelschwingh-Hauses ist eine finanzielle Herausforderung von rund 1,2 Millionen Euro. Spenden und Zuschüsse helfen gewaltig. Die Deutsche Fernsehlotterie ist mit 400 000 Euro dabei. 100 000 Euro kommen vom Schweriner Wirtschaftsministerium. Sogar die evangelische Kirche aus Bayern steuert 60 000 Euro zu dem Projekt hinzu. Stiftspropst Jürgen Stobbe bestätigt unterdessen, dass noch weitere Spendenmittel benötigt werden.

Er hat nach Gesprächen aus dem Arbeitsalltag der Einrichtungen des Stifts heraus irgendwann die Idee für dieses Projekt entwickelt. „Das leerstehende Bodelschwingh-Haus als Urbestandteil des Stiftungsgeländes ist wie eine offene Wunde gewesen. Mit dem Projekt kann diese nun geschlossen werden“, freut sich Jürgen Stobbe.

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