Conow : Neue Liebe zu alten Mopeds

Conower Simson-Freunde restaurieren Schwalbe, Star & Co. / Am Sonnabend große Ausfahrt nach Ludwigslust

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04. Juli 2014, 07:00 Uhr

In seiner Jugend war Sven Stade aufs Moped angewiesen. Mit seiner Simson fuhr er nach Polz zu seinem Lehrbetrieb und zurück. „Jeden Tag. Bei Wind und Wetter“, sagt der heute 39-Jährige. Ein Genuss war das nicht immer, und so landete das Moped sofort in der Ecke, als der Conower Anfang der 1990er-Jahre endlich Auto fahren konnte. Doch inzwischen ist die alte Liebe wieder aufgeflammt – und zwar heftig.

Sieben fahrbereite Zwei- bzw. Dreiräder von Simson stehen bereits in der Werkstatt des Conower Tischlers. Unter anderem eine Awo, ein SR 2, eine S 51 und ein Duo, damals als Krankenfahrzeug gebaut. „Und zwei Mopeds habe ich noch in Einzelteilen liegen“, gesteht Sven Stade und lässt Bernd Gerth, seinem Mitstreiter von den Conower Simson-Freunden, ein wissendes Grinsen über das Gesicht huschen. Dabei war es genau genommen der 53-Jährige, der das Simson-Feuer entfacht hatte. „Ein paar Jahre, nachdem ich meine Schwalbe verkauft hatte, wollte ich doch wieder eine haben“, erzählt Bernd Gerth. Er bekam tatsächlich eine zu kaufen, „an der aber ein Haufen zu machen war“. Zusammen mit Sven Stade brachte er das Moped wieder auf Vordermann. Das war vor rund fünf Jahren. „Dann haben wir uns immer mehr in die Sache hineingesteigert“, sagt Gerth und verrät, dass er auch schon fünf Simson-Zweiräder sein Eigen nennt. Und dann weist er auf einen Handwagen voll mit roten Karosserieteilen, Rädern und mehr. „Das sind eine Schwalbe und ein Star“, so der Conower. Der Handwagen soll zum passenden Anhänger werden. Viel Arbeit für die Conower Schrauber, zu denen neben Bernd Gerth und „Chefmechaniker“ Sven Stade auch noch Mathias Wagner und Raimo Pastow gehören. Aber das macht dem Quartett nichts aus. Im Gegenteil. So haben sie (fast) immer einen Grund zusammenzukommen. „Wir sitzen, klönen und schrauben“, sagt Bernd Gerth. „Und wenn wir dann mit den Mopeds unterwegs sind und die Leute uns hinterherschauen, dann können wir sagen, dass es wieder geklappt hat.“ Das sei ein schönes Gefühl.

Aber nicht nur die Conower hat das Simson-Fieber gepackt. Für die Ausfahrt der Zweirad-Freunde am morgigen Sonnabend lägen auch Anmeldungen aus anderen Orten, etwa Grabow und Techentin, vor. „Wir rechnen mit fast 30 Fahrzeugen“, sagt Sven Stade. Im vergangenen Jahr – zur Premieren-Tour der Simson-Freunde – waren es 18. Für diesen Sonnabend sind übrigens noch Meldungen möglich (Telefon 0174 2444708 oder 0172 4126239). Es geht am frühen Nachmittag von Conow nach Ludwigslust und zurück. „Aber in gemächlichem Tempo“, so Bernd Gerth. Diesmal wird auch die eine oder andere Frau selbst am Gasgriff drehen. „Sie üben schon.“

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