Ludwigslust : Neue Ideen für Schulbau gefragt

Die Mädchen und Jungen der Grundschule Techentin sollen mehr Platz bekommen. Doch bis zum Baubeginn wird es noch einige Zeit dauern.  Fotos: Rene Kruck/Kathrin Neumann
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Die Mädchen und Jungen der Grundschule Techentin sollen mehr Platz bekommen. Doch bis zum Baubeginn wird es noch einige Zeit dauern. Fotos: Rene Kruck/Kathrin Neumann

Ursprüngliches Vorhaben, Grundschule und Hort Techentin gemeinsam zu erweitern, funktioniert nicht. Workshop im Januar geplant

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15. Dezember 2017, 18:47 Uhr

Dämpfer für die Erweiterungspläne für die Grundschule Techentin: Das ursprüngliche Vorhaben, Schule und angrenzenden Hort innerhalb eines Projekts zu vergrößern, ist vom Tisch. Die Kosten sind zu hoch, um die erforderlichen Fördermittel bekommen zu können. Jetzt will die Stadt nach einem anderen Weg suchen.

Bürgermeister Reinhard Mach hatte die Hiobsbotschaft überbracht, als er auf der Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorstellte. Das Architekturbüro Rimpel Leifels hatte für das Projekt – Erweiterung der Grundschule auf Zweizügigkeit und Vergrößerung des Hortes auf 175 Plätze – zwei mögliche Varianten entwickelt. Ein Vorschlag sieht vor, in einem ersten Schritt hinter dem bestehenden Schulhaus einen zweigeschossigen Anbau zu errichten. Außerdem sollte die alte Schule, in der derzeit der Hort untergebracht ist, saniert werden. „Da würden wir nicht unerhebliche Auflagen für den Brandschutz bekommen“, betonte Reinhard Mach. Im zweiten Schritt würde das heutige Schulgebäude aufgestockt werden. „Die Gesamtkosten dafür, einschließlich Außenanlagen, werden auf 7,87 Millionen Euro geschätzt“, erklärte der Bürgermeister und brachte das Problem auf den Punkt: „Bei der Ilerl-Förderung, die wir nutzen wollen, darf die maximale Investitionssumme von fünf Millionen Euro nicht überschritten werden.“

Dass es noch eine zweite Variante gibt, hilft auch nicht weiter. Danach würde hinter der heutigen Schule ein größerer, winkelförmiger Anbau entstehen, die alte Schule (Hort) saniert, das heutige Schulgebäude abgerissen werden und zwischen neuem Schulgebäude und Hort ein Verbindungsbau entstehen. Doch auch diese Variante würde insgesamt rund 7,77 Millionen Euro verschlingen. „Über das Förderprogramm nicht darstellbar“, so Reinhard Mach. In diesem Fall käme erschwerend hinzu, dass das heutige Schulhaus noch nicht vollständig abgeschrieben ist und einen Restbuchwert von 550 000 Euro hat. Dieser Betrag würde bei Abriss noch einmal als Aufwand hinzukommen. „Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben“, resümierte Mach. „Aber wir müssen der Realität ins Auge blicken.“

Doch die Stadt wirft die Flinte nicht ins Korn. „Wir suchen jetzt nach einer Variante, das Gesamtprojekt aufzusplitten“, sagte Reinhard Mach. Die Frage nach dem Wie will die Verwaltung aber nicht allein mit den Architekten, sondern auch mit Stadtvertretern, Schul- und Hortleitung sowie Elternvertretern beantworten. Und auch einen Terminvorschlag für den geplanten Workshop hatte sie schon im Gepäck – den 13. Januar.

Auch wenn damit der Traum wohl ausgeträumt ist, schon im Jahr 2019 mit dem Erweiterungsbau beginnen zu können, gab es aus der Stadtvertretung Anerkennung. „Ein dickes Lob für die Vorgehensweise, die Stadtvertretung zu informieren, sobald neue Erkenntnisse vorliegen“, sagte Jörg Hintze (Alternative für Ludwigslust). „Jetzt können wir uns alle gemeinsam Gedanken machen.“

Die Erweiterung von Grundschule und Hort war angeschoben worden, weil die Schülerzahl in Ludwigslust steigt und die Bedingungen in Techentin schon jetzt beengt sind. Kein Ruheraum, zu wenige Toiletten, kein Platz beim Mittagessen oder Schuhe anziehen, kein Raum für zusätzliche Förderung. Schulleiterin Simone Dahnke hatte schon seit Jahren darauf hingewiesen. Dass die Erweiterungspläne nun nicht wie gedacht realisierbar sind, erfuhr sie gestern Mittag im SVZ-Gespräch. „Da bin ich jetzt wirklich überrascht und auch enttäuscht.“ Sie habe kein Problem damit, als Schule einzügig zu bleiben, jedoch müsse ein gewisser Mindeststandard gewährleistet sein. „Dabei geht es vor allem um Räume für die Unterrichtsmaterialien oder angemessene Umkleideräume für die Kollegen“, so Simone Dahnke. Die Techentiner Grundschule sei eine Schule für alle Kinder, denen und ihren unterschiedlichen Anforderungen möchte man auch gerecht werden. „Aber mit dem vorhandenen Platz können wir nicht zeitgemäß arbeiten“, so Simone Dahnke.

Ziel ist es nach Aussage von Reinhard Mach nun, die Planung für die Erweiterung im zweiten Halbjahr 2018 zu erstellen und Anfang 2019 den Fördermittelantrag zu stellen.

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