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Ludwigsluster Tageblatt

18. August 2017 | 18:33 Uhr

Ludwigslust : Neue Hoffnung im Fall Ophelia

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kölner Filmemacher sammelt Spenden für die Erstattung der Abschiebekosten und eine Verkürzung der Einreisesperre.

Am 24. Januar diesen Jahres wurde die damals 18-jährige Ophelia Mailjan abgeschoben (SVZ berichtete). Abgeschoben in ein Land, dessen Sprache sie nicht spricht und wo sie niemanden kennt. Ihre Familie blieb in Ludwigslust zurück. In den letzten Monaten haben Familie, Freunde und engagierte Ludwigsluster viel versucht, um das Mädchen auf legalem Wege nach Deutschland zurückzuholen. Eine Idee des Kölner Filmemachers Wolfgang Bergmann lässt alle neue Hoffnung schöpfen.

Durch einen Zeitungsartikel hat Wolfgang Bergmann von dem Fall Ophelia erfahren. Über Facebook suchte er den Kontakt zu Lukas Rosenzweig, einem ehemaligen Mitschüler von Ophelia. „Herr Bergmann hat mich angeschrieben und mir gesagt, dass er uns und vor allem Ophelia helfen will“, erklärt der Schüler gegenüber SVZ. Neben dem Vorhaben, eine Dokumentation über Ophelias Abschiebung und die Situation in Armenien zu drehen, stand die Problemlösung im Vordergrund.

So ist es zunächst erforderlich, die Kosten für die Abschiebung an die Ausländerbehörde zurückzuzahlen. „Bitte spendet für die Kosten der Abschiebung“, ruft Bergmann seine Freunde in einem Beitrag auf.

„Da Frau Mailjan auch nach wiederholter Aufforderung nicht freiwillig ausgereist ist, sind für die Rückführung Kosten entstanden“, erklärt Christopher Pöschke, Leiter der Ausländerbehörde des Landkreises. Wenn das Geld der Behörde vorliegt, wird die Ausländerbehörde über das weitere Verfahren entscheiden. „Die Rückzahlung ist die Voraussetzung, danach sind theoretisch alle Entscheidungen möglich“, so Pöschke weiter. Um das Verfahren zu beschleunigen, will Wolfgang Bergmann den Betrag vorschießen.

Ist die Geldfrage geklärt, entscheidet die Ausländerbehörde über eine neue Einreisefrist der jungen Frau. Aufgrund der Gesetzeslage verhängte die Ausländerbehörde damals eine Wiedereinreisesperre für drei Jahre. „Im besten Fall wird die Frist auf drei Monate runtergesetzt und wir können Ophelia schnell wieder nach Deutschland holen“, hofft der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik. Gemeinsam mit Lukas Rosenzweig hatte sich der Techentiner schon im Januar für eine schnelle Rückführung von Ophelia eingesetzt.

Auch Stephan Ueltzen, in dessen Edeka-Markt in der Klenower-Straße Ophelia einige Monate gejobbt hatte, hilft bei der Aktion für Ophelia. Denn um die Chancen auf ein Visum zu erhöhen – im besten Fall ein unbefristetes Aufenthaltsvisum mit Arbeitserlaubnis – benötigt die heute 19-Jährige einen Ausbildungsvertrag. „Herr Ueltzen hat mir eine Bestätigung zukommen lassen, dass Ophelia bei ihm eine Ausbildung zur Verkäuferin beginnen kann“, erklärt Lukas Rosenzweig voller Freude.

Wolfgang Bergmann fliegt gleich nach Ostern zu Ophelia nach Armenien. „Ich werde Ophelia bei der Antragstellung des Visums behilflich sein und natürlich auch filmen“, erklärt er bei Facebook. Lukas Rosenzweig ist glücklich über die Hilfe und Anteilnahme und ist sich sicher: „Wenn das Geld bei der Ausländerbehörde angekommen ist, sind die Voraussetzungen perfekt, um Ophelia bald wieder zurückzuholen.“

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