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Ludwigsluster Tageblatt

23. August 2017 | 02:49 Uhr

Grabow : Neue Glocken für Grabow in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vier neue Bronzeglocken werden bis Anfang November in der Gließerei Karlsruhe angefertigt: Stadt beteiligt sich an der Finanzierung

Sie sind tonnenschwer, hängen in 57 Metern Höhe im Kirchturm der Stadt Grabow. Sechs Jahrzehnte haben sie zu Gottesdiensten und christlichen Feiertagen geläutet, vor Gefahren gewarnt. Die drei Glocken im Grabower Kirchturm haben ihren Dienst getan, sie sollen nun durch neue ersetzt werden. Die Kirchgemeinde der Stadt Grabow hat sich entschlossen, neue Glocken anzuschaffen und auch den stählernen Glockenstuhl zu erneuern.

„Zwischen 1725 und 1907 wurde der Kirchturm zu alter Größe ausgebaut, zu dieser Zeit gab es Bronzeglocken“, so Pastor Matthias Wanckel bei einem Ortstermin mit der SVZ in luftiger Höhe. Damals müssen hier aber vier Glocken gehangen haben, das wird an der Vorrichtung zum Glockenläuten deutlich. In den Weltkriegen wurden jeweils die beiden größten Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Zehn Jahre hat es dann nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gedauert, bis der Neuguss von zwei Glocken finanziert werden konnte, so Pastor Wanckel. „Es handelt sich um die heutige große und kleinste Glocke, die 1955/56 gegossen und dann 1956 und 1957 in Grabow montiert worden sind.“ Die Stahlgussglocken sind in die Jahre gekommen, Diese Art Glocken haben nur eine begrenzte Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren. Die große und die mittlere Glocke sind durch den Rost in Mitleidenschaft gezogen worden. Bei Wartungsarbeiten wurden im Frühjahr 2015 feine Haarrisse im stählernen Joch der großen Glocke entdeckt, diese musste im letzten Juni stillgelegt werden.

„Wir setzen bei der Erneuerung des Geläuts auf eine Komplettlösung. Das Geläut bildet eine Einheit mit dem Turm aus dem Jahr 1907 und aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten darf der stählerne Glockenstuhl nicht durch Holz ersetzt werden. Dieser wird abgestrahlt und dann korrosionsgeschützt. Zudem sollen die Glocken dann künftig an einem geraden Joch geläutet werden.“ Dann klingen die Glocken auch schöner, als wenn sie an einem gekröpften Joch hängen, zudem ist diese Form des Jochs höheren Belastungen ausgesetzt.

Und es sollen auch wieder vier Bronzeglocken im Turm der Kirche zu Grabow eingebaut werden. Den Ablauf der kommenden Maßnahmen skizziert Pastor Wanckel wie folgt: „Die jetzigen Glocken werden am 2. Oktober das letzte Mal geläutet. Dann werden sie demontiert und eine Etage tiefer gesetzt, weil in der darauffolgenden Woche der Glockenstuhl sandgestrahlt wird.“ Die neuen Glocken werden in der Glockengießerei Karlsruhe angefertigt. Der Zeitplan sieht vor, dass die Glocken Ende Oktober, Anfang November gegossen werden. „Aus diesem Anlass haben die Stadtvertretung und die Kirchgemeinde vor, mit einem Bus zur Gießerei zu fahren und den Glockenguss an Ort und Stelle mitzuerleben“, so Pastor Wanckel. „Dann werden die Glocken in der letzten Novemberwoche hier in Grabow ankommen. Die Firma Prosch hat uns angeboten, dass sie den Transport sponsern würde, darüber sind wir sehr dankbar“, sagte Matthias Wanckel. Am 27. November, so der Pastor weiter, ist nach heutigem Stand der Planung der Gottesdienst, in dem die Glocken geweiht werden. Unten in der Kirche werden die Glocken zu besichtigen sein, ehe sie dann zwei Wochen später in Betrieb genommen werden.

„Die Stadt Grabow wird sich an der Finanzierung des Vorhabens beteiligen“, so Bürgermeister Stefan Sternberg. „Die Stadtvertretung hat zugestimmt, für die große Glocke, die Friedensglocke, 30  000 Euro bereitzustellen.“ Mit der Sanierung und Instandsetzung des Glockenstuhles, der Läuteanlage sowie der Aufhängung der Glocken belaufen sich die Kosten auf rund 80  000 Euro.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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