Wöbbelin/Sülstorf : Neue Fakten über den KZ-Zug von Sülstorf

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15. November 2018, 11:21 Uhr

Wieder ein bisschen mehr Licht kommt in das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte, konkret in die traurige Episode, die in Sülstorf spielte: Vom 13. bis 15. April 1945 stand ein Deportationszug mit KZ-Häftlingen in Bahnhofsnähe. Mehr als 300 Menschen starben allein in dieser Zeit, die Leichen wurden erst verscharrt und einige Jahre später in der heutigen Gedenkstätte, die zum Wöbbeliner Museum gehört, bestattet.

Nachzulesen ist das auch in der Broschüre „Der KZ-Zug von Sülstorf. Zur Geschichte der Gedenkstätte“. Die ist vor zehn Jahren erscheinen und seit fünf Jahren vergriffen. Nun gibt es eine Neuauflage. Dieses Werk wird am Sonnabend, 17. November, um 11 Uhr in der Pfarrscheune Sülstorf vorgestellt. Die neue Broschüre ist dabei kein Nachdruck, sondern eine überarbeitete Neuauflage. Der Historiker Dr. Björn Kooger konnte eine Reihe neuer Quellen auswerten. Darunter sind vor allem Erinnerungsberichte von Überlebenden dieses Transportes aus Frankreich, Polen und den Niederlanden. Diese Berichte wurden zum Teil online gestellt oder bei Recherchen in Archiven gefunden. Neue Erkenntnisse sind, dass der Zug mit mehr als 3000 Frauen nach dem Aufenthalt in Sülstorf über Wöbbelin und Ludwigslust weiter fuhr und erst am 21. April 1945 in Hamburg-Eidelstedt eintraf. Die Frauen wurden dann auf die vier Hamburger Außenlager des KZ Neuengamme verteilt. Bei der Deportation und in den Außenlagern kamen weitere Menschen ums Leben. Mehr als 1300 männliche Häftlinge aus dem Zug wurden am Abend des 15. April 1945 in das KZ Wöbbelin gebracht.

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