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Ludwigslust : Neue Fahrzeuge für die Lebensretter

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kreislicher Rettungsdienst will in diesem Jahr rund 560 000 Euro in Fuhrpark investieren / Verhandlung mit Krankenkassen soll mehr Geld bringen

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2014 | 17:22 Uhr

Zwei neue Rettungstransportwagen und zwei neue Notarzteinsatzfahrzeuge – der Landkreis Ludwigslust-Parchim will in diesem Jahr weiter in die Ausstattung des Rettungsdienstes investieren. Hinzu kommen zwei Kofferumbauten für Rettungsfahrzeuge. So wären es – vorausgesetzt der Kreistag stimmt auf seiner Sitzung am 23. Januar dem Wirtschaftsplan 2014 zu – insgesamt rund 560 000 Euro, die in den Fuhrpark der Lebensretter fließen.

Die ursprünglichen Pläne hatten kurzfristig geändert werden müssen. „Ein Fahrzeug ist mit Motorschaden ausgefallen. Die Reparatur würde 11 000 Euro kosten, so dass wir uns entschieden haben, ein Ersatzfahrzeug anzuschaffen“, erklärte Gerhard Wesser, Betriebsleiter des kreislichen Eigenbetriebes Rettungsdienst. Er stellte bei der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages die Eckdaten des Wirtschaftsplanes vor. Die größte Einzelinvestition ist demnach der Neubau der Rettungswache in Goldberg, für den 300 000 Euro veranschlagt sind. „Die dortige Rettungswache ist in einer Baracke untergebracht, Stand wie vor 20 Jahren“, so Wesser. „Der Neubau ist also unbedingt erforderlich.“ Dafür werde ein Grundstück im Goldberger Gewerbegebiet gekauft. Alles in allem summieren sich die Investitionen des Eigenbetriebes also auf rund 900 000 Euro.

Der Eigenbetrieb ist für die Organisation des Rettungsdienstes, für Aufsicht, Abrechnung und Vertragsabschlüsse zuständig. Die eigentliche Leistung erbringen die DRK Rettungsdienst Parchim-Ludwigslust gGmbH und die ASB-Rettungsdienst gGmbH Südwestmecklenburg, die dafür unter anderem Rettungsassistenten und Rettungssanitäter beschäftigen.


Aufwendungen steigen auf 14,9 Millionen Euro


Der Rettungsdienst wird Jahr für Jahr teurer. Für 2014 rechnet der Eigenbetrieb mit Aufwendungen in Höhe von 14,9 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch rund 800 000 Euro weniger. Gründe für die Kostensteigerung sind neben allgemeinen Erhöhungen, etwa für Energie, die Einführung des Digitalfunks bei der Integrierten Rettungsleitstelle sowie Tarifangleichungen bei Notärzten und anderen Rettungskräften. „Bei Rettungssanitätern und -assistenten sind die Einkünfte zum Teil seit 2000 nicht erhöht worden. Das wird nachgeholt“, begründete Gerhard Wesser. Damit der öffentliche Rettungsdienst das Jahr dennoch nicht mit einem Minus abschließen muss, will der Eigenbetrieb in den anstehenden Verhandlungen mit den Krankenkassen und anderen Sozialleistungsträgern – sie sind es, die in den allermeisten Fällen die Rettungseinsätze und Transporte bezahlen müssen – höhere Entgelte aushandeln. Die würden dann ab 1. Juni gelten. Bislang sind für den Einsatz eines Rettungstransportwagens 545 Euro fällig, für das Notarzteinsatzfahrzeug 440 Euro, für den Notarztwagen 730 Euro und für einen Krankentransportwagen 96 Euro. „Und was passiert, wenn es nicht gelingt, die geplante Erhöhung mit den Krankenkassen auszuhandeln?“, wollte Ausschussmitglied Stefan Lange wissen. Dann müsste man auf die Entgeltausgleichsrücklage zurückgreifen, so Wesser. Sie belaufe sich derzeit auf 1,2 Millionen Euro. Doch der Betriebsleiter zeigte sich zuversichtlich, dass er bei den Verhandlungen mit seinem Ansinnen Erfolg haben wird.


Hilfsfrist von zehn Minuten nur ein Durchschnittswert


Mehr als 16 000-mal pro Jahr rücken Rettungstransportwagen im Landkreis zu Verletzten, Verunglückten oder Erkrankten aus, mehr als 8000-mal ist auch ein Notarzteinsatzfahrzeug dabei. Damit die vorgeschriebene Hilfsfrist eingehalten werden kann, sind Rettungswachen über das gesamte Kreisgebiet verteilt. Allerdings gibt es immer wieder Missverständnisse hinsichtlich der Hilfsfrist, die in Mecklenburg-Vorpommern zehn Minuten beträgt. Das zeigte sich auch in der Ausschusssitzung wieder. Die gesetzliche Vorgabe bedeutet nicht, dass ein Rettungswagen in jedem einzelnen Fall innerhalb von zehn Minuten den Notfallort erreichen muss. „Diese Hilfsfrist betrifft vielmehr den Zeitraum, in dem ein geeignetes Rettungsmittel im Jahresdurchschnitt aller Einsätze einen an einer Straße gelegenen Notfallort erreichen muss“, erklärte Gerhard Wesser. Im Einzelfall kann es also insbesondere auf dem Lande 15 Minuten dauern, bis der Rettungswagen da ist, während er in der Stadt schon nach vier Minuten eintrifft. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim sollen nach Aussage von Gerhard Wesser 25 Minuten die bislang längste Zeitspanne zwischen Alarmierung und Ankunft der Retter gewesen sein.

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