Ludwigslust : Neue Chefärzte fürs Klinikum

Schwierige Situation am Krankenhaus: Mitarbeiter sorgen sich weiterhin um die Zukunft des Hauses.
Schwierige Situation am Krankenhaus: Mitarbeiter sorgen sich weiterhin um die Zukunft des Hauses.

Nach negativem Ergebnis in diesem Jahr rechnet Geschäftsführung des Westmecklenburg Klinikums für 2016 mit einer schwarzen Null

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24. November 2015, 19:12 Uhr

Gute Nachrichten vom Westmecklenburg Klinikum „Helene von Bülow“: Ab 1. Januar können zwei vakante Chefarztposten wieder besetzt werden. Privatdozent Dr. Leif Schiffmann, in den vergangenen Jahren an der Universitätsklinik Rostock und dem Evangelischen Krankenhaus Lippstadt tätig, wird Leitender Chefarzt der Viszeral- und Allgemeinen Chirurgie. Bernd Helmecke, mehrere Jahre Chefarzt  am Crivitzer Krankenhaus, wird Chefarzt der Inneren in Ludwigslust. „Beide werden standortübergreifend wirken“, erklärt Geschäftsführer Dr. Volker Schulz im SVZ-Gespräch. So wie es jetzt für alle neuen Mitarbeiter auf leitenden Posten selbstverständlich sei. Nach der Unruhe am Standort Ludwigslust in der ersten Jahreshälfte sei man wieder attraktiv für Ärzte, betont Stiftspropst Jürgen Stobbe. „Die Bewerbungswelle läuft langsam wieder an.“ Noch wird der eine oder andere Facharzt gesucht.

Wirtschaftlich geht für das Westmecklenburg Klinikum ein äußerst schwieriges Jahr zu Ende. Schon jetzt ist beim Betriebsergebnis ein Minus von knapp einer Million Euro aufgelaufen, zum Jahresende rechnet die Geschäftsführung sogar mit 1,5 Millionen Euro im Minus. Das hatte Dr. Volker Schulz  auf der jüngsten Sitzung des kreislichen Finanzausschusses mitgeteilt, aber gleichzeitig betont, dass die Liquidität des Unternehmens in keiner Weise gefährdet sei. „Vor einem Jahr haben wir mit Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung ein Strukturreformkonzept beschlossen, das maßgebliche Teile der Ärzteschaft in Ludwigslust nicht mitgetragen haben, was zu Verwerfungen bei der ärztlichen Präsenz und in der Folge zu Erlösverlusten führten“, so Schulz. Von diesem Konzept lasse man aber nicht ab, weil es darum geht, als Klinikum wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Einstieg in die qualitätsorientierte Krankenhausfinanzierung mache es kleinen Häusern schwer, weil sie die erforderlichen Zahlen nicht erreichen können. Für das kommende Jahr rechnet die Geschäftsführung bei vorsichtiger Rechnung schon wieder eine „starke schwarze Null“.

Das Konzept weiter umzusetzen, bringt allerdings auch eine einschneidende Änderung für die Ludwigsluster Gynäkologie. Sie habe hauptamtlich geführt keine Überlebenschance, so Dr. Volker Schulz. „Das sieht man deutlich an den Zahlen.“ Die fünf Planbetten sollen deshalb zum 1. Januar in Belegbetten umgewandelt werden. „Das bedeutet, dass sich Patienten hier weiterhin operieren lassen können“, so der Geschäftsführer. „Die Versorgung wird nicht reduziert.“ Die Gynäkologen würden dann aber beim Facharztzentrum angestellt werden und könnten die Belegbetten bei Bedarf für ihre stationär zu operierenden Patienten nutzen. Im Finanzausschuss rechnete Volker Schulz eine Ersparnis von rund 100 000 Euro vor.

Für die kommenden Jahre, beginnend 2016, hat die Geschäftsführung einige Umbau- und Umzugspläne. So sollen unter anderem zwei der früher drei Stationen aus dem Samariterhaus (eine war zuletzt geschlossen) mit ins Haupthaus ziehen. „So bekommen sie eine engere Verbindung zur Funktionsdiagnostik“, erklärt Jürgen Stobbe. „Kurze Wege sind gut für Patienten, Mitarbeiter und die Wirtschaftlichkeit.“ Um dafür im Haupthaus Platz zu schaffen, sollen Arztdienst- und Bereitschaftsdienstzimmer in die ehemalige Station H ziehen. Dort, wo einst der Kreißsaal war, soll eine Pflegestation entstehen. Und schließlich ist geplant, die Intensivstation zu renovieren. In den neu gestalteten Bereichen solle es dann nur noch Ein- und Zweibettzimmer geben, so Volker Schulz. Wenn die Fördermittel wie erhofft fließen und der Umbau gut läuft, könnten die Arbeiten bis Dezember 2017 vollendet sein.

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