Neuhof : Neue Abwasserleitung viel zu flach verlegt

Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger fordert, dass sich alle Beteiligten im Interesse der Bürger zu einer raschen Lösung zusammenfinden. Fotos: archiv
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Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger fordert, dass sich alle Beteiligten im Interesse der Bürger zu einer raschen Lösung zusammenfinden. Fotos: archiv

Grundstücke in Neuhof können nicht angeschlossen werden / Mit Lösung wird 2014 nicht mehr gerechnet

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02. Juli 2014, 09:39 Uhr

Trotz Fußball-Weltmeisterschaft – der Saal im Neustädter Ortsteil Neuhof war gerammelt voll. Der Zweckverband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Ludwigslust (ZkWAL) hatte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Das Thema ist zum Haare raufen. Im vergangenen Jahr ist in Neuhof das Abwassernetz neu gebaut worden. Mit erheblichen Mängeln, wie sich jetzt herausgestellt hat. So entspricht die Überdeckung der Leitungen bis zur Straßenoberkante an vielen Stellen in der Neustädter Straße nicht den Vorgaben, die in einer Vereinbarung zwischen dem Verband und dem Landkreis getroffen worden waren.

Die Verhandlungen hatte es nämlich gegeben, weil die Neustädter Straße eine Kreisstraße ist und in ein paar Jahren ertüchtigt werden soll. Um auch dann ein sicheres Leitungsnetz zu haben, wenn stärkerer Verkehr über die Straße rollt, sollte die Mindestüberdeckung 1,25 Meter betragen – so die Vereinbarung mit dem Landkreis, die am 23. Juli 2012 geschlossen worden war. Die Realität ist eine andere. Die Überdeckung beträgt an einigen Stellen unter einem Meter. „Entschieden zu wenig!“, bestätigt Stefan Lange, der Geschäftsführer des Zweckverbandes. Das Ergebnis ist, dass die Neuhöfer Grundstücke nicht an das neue Kanalnetz angeschlossen werden können, weil der Zweckverband die Baumaßnahme noch nicht abgenommen hat – wegen der Mängel.

Für manche Grundstückseigentümer ist das eine missliche Lage, denn ihre bisher genutzten Klärgruben entsprechen zum Teil nicht mehr den Umweltanforderungen. Sie müssten eigentlich stillgelegt werden. Jetzt erfolgt indessen zunächst erst einmal die Ermittlung der zusätzlichen Kosten. Der Zweckverband hofft, dass dies eine Versicherungsangelegenheit wird. „Für die Neuhöfer werden auf jeden Fall keine zusätzlichen Kosten entstehen“, versichert Lange. „Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, glaube ich nicht, dass der Anschluss in diesem Jahr noch erfolgen wird“, mutmaßt der Geschäftsführer. Er will auf jeden Fall die Neuhöfer auf dem Laufenden halten. Die nächste Informationsveranstaltung soll bereits im August stattfinden. Zwar versichert der Geschäftsführer, der Verband habe die Bauleitung der Maßnahme an das Ingenieurbüro gegeben, trotzdem sieht er sich mit dem Vorwurf der mangelnden Aufsicht konfrontiert.

Ein Kommunalpolitiker aus der Lewitzregion wirft die Frage auf, was passiert, wenn die Versicherung nicht zahlt – dann sind alle Beitrags- und Gebührenzahler dran – oder?!

Der Neustädter Bürgermeister Arne Kröger fordert: „Alle Beteiligten müssen sich schnell an einen Tisch setzen, Einigungswillen zeigen und die Sache aus der Welt schaffen.“ Das betreffende Ingenieurbüro ist mit Hinweis auf das schwebende Verfahren nicht zu einer Stellungnahme bereit.

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