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Qualität im mecklenburgischen Werk : Neu Kalisser Vlies rettet viele Jobs

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Das Zittern um ihre Arbeitsplätze hat für 70 Mitarbeiter des Melitta-Werkes in Berlin-Neukölln ein Ende. Verursacher sind die 135 Beschäftigten des zur Melitta-Gruppe zählenden Unternehmen im mecklenburgischen Neu Kaliß.

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erstellt am 21.Feb.2012 | 11:22 Uhr

Neu Kaliss | Das Zittern um ihre Arbeitsplätze hat für 70 Mitarbeiter des Melitta-Werkes in Berlin-Neukölln ein Ende. Verursacher dieses Glücksgefühls sind die 135 Beschäftigten des zur Melitta-Gruppe zählenden Unternehmen "Neu Kaliß Spezialpapier" im mecklenburgischen Neu Kaliß. Deren hohe Qualität und Produktivität hat in der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe letztlich den Entschluss ausgelöst, dass die Werke Neu Kaliß und Neukölln als Unternehmen "Neukalln" zu verschmelzen. Der Stammsitz mit Hauptproduktion, logistischem Zentrum, Marketing und Verwaltung bleibt im mecklenburgischen Werk. Die Berliner werden ab kommenden Juni/Juli in Vollbeschäftigung weiterhin die wirtschaftlich rückläufigen Filterpapiere und die hoch profitablen Vliese produzieren, während in Neu Kaliß ausschließlich die Vliese hergestellt werden. Und: Im Neu-Kalisser Werk werden voraussichtlich zehn weitere Arbeitsplätze entstehen.

Mit dem 20 Millionen-Umbau des Berliner Werkes sind ab Mitte des Jahres die Neuköllner Beschäftigten aus einer langen Durststrecke heraus, heißt es von Geschäftsführer Paul Fender, der gemeinsam mit Dieter Kirchner die beiden Unternehmen leiten wird. Diese lange Zeit zwischen Hoffen und Bangen beinhaltete sogar die Schließung des Berliner Schwesterunternehmens, freut es Fender für diese Arbeitsplätze. Die Melitta-Gruppe produziert an den zwei Standorten Minden und Neukölln verschiedenste, hochwertige Filter für Staubsauger. Seit Modelle ab dem Jahr 1997 den Markt mit kunststoffhaltigen Filtern überschwemmen, sinken die Produktionszahlen in den beiden Werken kontinuierlich. Das hat zu ernsten Sorgenfalten bei Melitta-Deutschland geführt. Nachdem die Wirtschaftlichkeit in Frage zu stehen drohte, wurde um den Standort Neukölln diskutiert, erinnert sich Fender. Die Talsohle schien bei nur 60 Prozent Auslastung noch nicht erreicht.

Auch die Produktionszahlen für Filterpapiere in Neu Kaliß gingen zurück. Dort allerdings wurde die Lösung in der Entwicklung und Herstellung von hochwertigen Vliesen gefunden. Allein eine Formel für diese besondere Qualität genügt jedoch nicht, drückt Fender auch die besondere Qualität der Neu-Kalisser Mitarbeiter aus. Die Kombination aus fachlich spezialisiertem Mensch und Produkten, die am Markt begehrt sind, lassen die Wirtschaftlichkeit seit der Jahrtausendwende bis heute steigen, baut Fender auf das Werk in Neu Kaliß.

Die Erfolgsgeschichte wäre keine regionale, wenn nur allein das Mutterhaus die Vorteile in die eigene Tasche stecken könnte. In Berlin-Neukölln ist das Schreckgespenst der Betriebsschließung abgewendet, eine Vollbeschäftigung durch die zweigleisige Produktion von Staubsaugerfiltern und Tapetenvliesen erreicht. Dank der Neu-Kalisser Qualität wurde entschieden, dass der Stammsitz der beiden Tochterbetriebe dort bleiben wird, wo die Vlies-Produktion ihren Anfang genommen hat, nämlich in Neu Kaliß. Ein zusätzliches Bonbon für die Mitarbeiter: Nach Aussage von Geschäftsführer Fender sollen bis zu zehn neue Arbeitsplätze entstehen. Das wäre eine zusätzliche Garantie für die Neu-Kalisser Arbeitnehmer, dass ihre Arbeitskraft und ihre Kenntnisse auch weiterhin gebraucht werden.

Diese Kontinuität wird sich ebenso in der Nachwuchsförderung für das Handwerk des Papiermachers fortsetzen, informiert Geschäftsführer Fender. "Jedes Jahr finden drei Schüler einen Ausbildungsplatz mit Zukunftsperspektive in unserem Werk. In unserem Unternehmen brauchen wir den Facharbeiter mit dem Willen, Qualität zu produzieren. Dafür genügt ein guter Schulabschluss und Freude an der Arbeit mit einem der wichtigsten Materialien in unserem Leben. Nach der Lehre besteht nun die Möglichkeit, beruflich in einer Metropole oder auf dem Land sein Lebensglück zu finden."

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