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Sparkasse spart ein : Neu Kaliß droht Serviceverlust

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sparkasse Mecklenburg-Schwerin plant durch Umstrukturierungen kleinere Filialen zu schließen und nur noch Automaten aufzustellen

von
erstellt am 14.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin stellt sich in der Region neu auf, plant aufgrund veränderter Marktbedingungen Umstrukturierungen. Aus einigen Mini-Filialen könnten auch einmal Standorte werden, an denen dann nur noch Automaten stehen, wurde vom Vorstand der Sparkasse in einem SVZ-Beitrag vom 8. Juli verkündet.

Burkhard Thees, Bürgermeister von Neu Kaliß, befürchtet nun, dass die Sparkassen-Filiale in seiner Gemeinde nun auch von einer Schließung betroffen sein könnte. „Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vorstands, Kai Lorenzen, und dem Vorstandsmitglied Ulrich Kempf, fand im ,Haus des Waldes’ in Kaliß statt“, so Burkhard Thees. „Wir als Gemeinde wollten wissen, was die Sparkasse in der Zukunft vorhat“, so der Bürgermeister im Gespräch mit der SVZ. So verhandelt die Sparkasse mit mehreren Nahversorgern am Ort über die Aufstellung von Geldautomaten. „Wir wollen, dass die Filiale mit Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und der Abgabe von Überweisungen erhalten bleibt“, erklärt Burkhard Thees. „Unsere Gemeinde mit den Ortsteilen Heiddorf, Raddenfort, Kaliß und Neu Kaliß entwickelt sich seit Jahren ständig und erfolgreich zu einer äußerst lebenswerten und attraktiven Gemeinde. Nicht nur rund 350 Industriearbeitsplätze, auch rund 300 Arbeitsplätze in Handwerk, Handel und im Gesundheitswesen zeugen von einer lebenden Kommune.“

Durch das 1993 geschaffene Industriegebiet ist es gelungen, bedeutende Unternehmen anzusiedeln. Spezialpapierfabrik, Maschinen- und Anlagenbau, Holzhandel- und Sporthallenbau konnten in den letzten Jahren vom Standort Neu Kaliß überzeugt werden. Soziale Einrichtungen, Arztpraxen, Kita und Grundschule, Kinderheim, Pflegeeinrichtung, Jugendclub, Nahversorger und Dienstleister runden das Bild ab. Vereine und Verbände sorgen für ein reges gesellschaftliches Leben. Burkhard Thees: „Viele junge Menschen, die nach ihren Erfahrungen außerhalb unserer Gemeinde nun wieder in ihre Heimat kommen, errichten hier ihre Häuser. Und alle, die in den ersten Jahren hier gebaut haben, waren Kunden der Sparkasse.“ Unterschriftenlisten liegen aus, in denen sich die Bürger für den Erhalt der Serviceleistungen aussprechen können. Bei dem Vorhaben, den Service mit Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und den Einwurf von Überweisungen am jetzigen Standort zu belassen, hat der Bürgermeister auch Landrat Rolf Christiansen und Minister Till Backhaus um Unterstützung gebeten. „Dass eine personelle Besetzung der Filiale nicht mehr gegeben sein wird, ist nachzuvollziehen. Den Einwohnern stehen in Dömitz und auch in Malliß fachkundige Beraterinnen zur Verfügung“, weiß Burkhard Thees. „ Sollten es finanzielle Mittel sein, die für den Erhalt der jetzt vorhandenen Ausstattung in Neu Kaliß, im Vorraum zur Sparkasse, erforderlich sind, wären wir bereit, uns zu beteiligen. Ohne großartige Veränderungen könnte der Service weitergeführt werden.“ Auch Iris Weber, Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Dömitz-Malliß, sieht mit den Umstrukturierungsplänen der Sparkasse in Neu Kaliß viele Einschränkungen kommen. Sollte die Sparkasse den jetzigen Standort aufgeben und nur noch in einem Einkaufsmarkt einen Geldautomaten aufstellen wollen, können die Leute dann außerhalb der Öffnungszeiten kein Geld mehr abheben. „Das kann uns nicht zufrieden stellen, das würde eine so zukunftsfähige, entwicklungsfähige Gemeinde schwächen.“

Im Detail gebe es noch nichts zu sagen, war von Torsten Mönnich auf Nachfrage zu erfahren. „Es gibt Überlegungen, aber welchen Umfang sie haben, darüber werden wir unsere Kunden rechtzeitig und umfassend informieren“, so der Abteilungsleiter Vorstandsstab der Sparkasse. Bis zum 31. August soll seitens des Vorstandes eine Entscheidung getroffen werden.

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