Ludwigslust : Natureum zeigt sich frühlingsbunt

Unter fachlicher Anleitung wurden am Wochenende im ehemaligen Fontänenhaus am Ludwigsluster Schloss Nistkästen bemalt

von
24. März 2014, 07:00 Uhr

Der Zuspruch hat Sigrid Zessin positiv überrascht. Es waren mehr Interessenten ins Natureum am Ludwigsluster Schloss gekommen, als sie erwartet hatte. Sie alle wollten oben unter dem Dach des naturkundlichen Museums darangehen, schmucke Nistkästen mit bunten Frühlingsfarben zu versehen.

Unter den Augen von Hermelin, Waldkauz & Co. ließen sie sich zunächst von Sigrid Zessin in das Metier einführen. Die Kunstlehrerin hat einige Nistkästen bereits grundiert. „Sonst dauert es zu lange, bis die Farbe getrocknet ist“, sagte sie dazu, um hinzuzufügen: „Schließlich soll ja der Spaß am Bemalen im Mittelpunkt stehen.“

Währenddessen packt sie die Utensilien aus, die Sigrid Zessin aus ihrer Kunstwerkstatt in Jasnitz mitgebracht hat. Pinsel, Acrylfarben, Bleistifte, Kreide, Papier… Dazu gibt es Tipps, wie man sich die kreative Arbeit erleichtern kann.

Das Bemalen der Nistkästen ist eine neue Idee, die im Ludwigsluster Natureum das erste Mal verwirklicht wird. Damit soll auf die Einrichtung aufmerksam gemacht werden, die in den letzten Jahren nach und nach den Kinderschuhen entwachsen ist. Hier ist das Domizil der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg (NGM), die sich sowohl der Forschung als auch der Publikation wissenschaftlicher Themen verschrieben hat. Vor allem junge Leute sollen Interesse finden, hier mitzumachen. Und wenn Großeltern mit ihren Enkeln in das Haus kommen, um Nistkästen für Vögel oder Fledermäuse zu bemalen, dann ist das eben auch eine Möglichkeit, etwas über die Natur zu lernen: Warum müssen Nistkästen möglichst hoch gehängt werden? Warum brauchen die einzelnen Vogelarten unterschiedlich große Schlupflöcher in ihren Behausungen? Manch einer mag später einmal wiederkommen, um mehr über die heimische Fauna zu erfahren.

Was hinter den Mauern des ursprünglichen Fontänenhauses, des ältesten Gebäudes von Ludwigslust, passiert, ist mit den Jahren Schritt für Schritt in der Öffentlichkeit präsent geworden. Erst jüngst hat die Stadtvertretung der Lindenstadt darüber debattiert und am Ende Bürgermeister Reinhard Mach beauftragt, gemeinsam mit der Naturforschenden Gesellschaft auszuloten, in welcher Höhe die Stadt künftig die Unterhaltungskosten des Natureums mit stützen könnte (SVZ berichtete). Für die Mitglieder der NGM wäre es ein Segen. Sie könnten sich dann mehr ihrer Forschungsarbeit als der ständigen Notwendigkeit widmen, Mittel für das Haus einzuwerben. Der Attraktivität des Natureums würde das einen weiteren Schub geben.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen