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Ludwigsluster Tageblatt

21. Oktober 2017 | 21:19 Uhr

Ludwigslust : Natureum setzt auf Ministerwort

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach seinem Besuch gestern im Museum will Till Backhaus jetzt in Schwerin für Standort werben / Erste Idee: Mehr Öffnungstage in der Woche

von
erstellt am 19.Jun.2014 | 07:00 Uhr

Schwapp. Hendrik kippt das trübe Tümpelwasser aus dem Glas in die Auffangschale. Egel, Schnecken, Wasserwanzen, Libellenlarven, sogar ein Krebs tummeln sich darin. Eine Stunde lang haben die Fünftklässler aus der Lennéschule im Schlossteich gekeschert. Jetzt dürfen sie im Dachgeschoss des Natureums unter Mikroskopen erkunden, welche Tiere genau ihren Lebensraum in dem Teich nebenan haben. Uwe Jueg hilft ihnen dabei. Er ist Vorsitzender des Vereins Naturforschende Gesellschaft Mecklenburg (NGM), dem Betreiber des Natureums. Vier Stunden in der Woche wird der Biologielehrer für die Bildungsarbeit im Museum von der Schule freigestellt. Vor acht Jahren waren es noch neun Stunden. „Aber wir Lehrer werden an den Schulen gebraucht. Deshalb kürzt man mir Jahr für Jahr hier die Stunden“, sagt er. Dabei sei die Nachfrage für die Bildungsangebote im Natureum aus Schulen und Kindergärten groß. „Wir müssen jetzt im Sommer vielen absagen.“

Landwirtschaftsminister Till Backhaus, hat die Schulklasse gestern bei seinem ersten Besuch im Natureum knapp verpasst. „Ich bin beeindruckt von dem Museum“, sagte er nach dem kurzen Rundgang mit den Vereinsmitgliedern. „Klingt vielleicht ein bisschen hochtrabend. Aber wir haben ein Ozeaneum, ein Darwineum, ein Müritzeum. Da könnte sich das Ludwigsluster Natureum mit seinen Schätzen bald gut einreihen.“ Dafür müsse das Museum allerdings viel bekannter gemacht werden. Über die Stadtgrenzen hinaus. Aber schon hier sind dem ehrenamtlich arbeitenden Verein Grenzen gesetzt. Allein der Platz auf einer Werbetafel am Schlossplatz sei für den Verein nicht bezahlbar. „Wir sind auf Netzwerkarbeit und Kooperation mit den Biosphärenreservaten angewiesen“, sagt Vereinsmitglied Henrik Wegner. Er fühle sich manchmal wie ein Hamster im Laufrad. „Wir engagieren uns hier, aber viel zu wenige nehmen uns wahr.“ Die meisten der etwa 70 Vereinsmitglieder leben in anderen Bundesländern. Deshalb laste viel Arbeit auf wenigen Schultern. Von der wissenschaftlichen Arbeit für Publikationen, Führungen, öffentlichen Vorträgen bis hin zu Kassendiensten, Reinigung und Rasenmähen - das alles übernehmen die Vereinsmitglieder im Ehrenamt. Für Minister Backhaus ist nach dem Besuch klar: „Dieses Museum darf nicht nur am Wochenende geöffnet sein. “ Er wolle sich für ein Ökologisches Jahr (die Stelle könnte vom Ludwigsluster Forstamt betreut werden) einsetzen. Und beim Bildungsminister um Unterstützung buhlen. Damit mehr Schüler im Natureum wissenschaftlich arbeiten können. Die Lenné-Schüler aus der 5c würden gern wiederkommen. „Sie sind mit Leib und Seele bei der Arbeit“, sagt Lehrerin Katrin Much. Für Mathilda gibt es keinen besseren Unterricht: „Es ist super spannend. Wir bewegen uns, entdecken viel. Das macht mehr Spaß als nur rumzusitzen.“ Bildungsminister Brodkorb wird im September Ludwigslust besuchen. Die NGM hofft auf einen Abstecher ins Natureum.

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