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Ludwigsluster Schlosspark : Natur in ihrer großen Vielfalt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Uwe Jueg von der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg führt Interessierte durch den Ludwigsluster Schlosspark

Große Artenvielfalt in und um Ludwigslust: „Es gibt insgesamt 48 Säugetierarten im Schutzgebiet von Ludwigslust, das den Schlosspark mit einbezieht“, erklärt Uwe Jueg, Vorsitzender der Naturforschenden Gesellschaft Mecklenburg (NGM), seinen Gästen. 15 Frauen und Männer haben sich zur dreistündigen „Fauna und Flora“-Führung getroffen.

„Diese Zahl hört sich im ersten Moment gar nicht so gewaltig an, aber überlegen Sie einmal, wie viele Tierarten Ihnen spontan einfallen“, bittet Jueg. Schnell wird jedem klar, dass er nicht annähernd an diese Zahl herankommt. Ertapptes Lachen geht durch die Runde.

„Das Schutzgebiet, das sich entlang der B 5 nach Weselsdorf und Warlow erstreckt, ist sieben Quadratkilometer groß. In diesem Areal wohnen 4700 Arten an Tieren und Pflanzen“, so Jueg. „Diese Zahl wurde über Jahre hinweg erfasst.“ Das Spektrum reicht von einzelligen Algen bis zu Säugetieren. „Kein anderes Gebiet in Deutschland ist so gut untersucht wie dieses“, betont Uwe Jueg im SVZ-Gespräch. Der 48-Jährige verweist außerdem auf die Umgebung des Rennbahnweges: „Das ist die Feuchtheide und somit ein sehr wertvoller Lebensraum. Dort befindet sich auch der weltweit erste Fundort eines pflanzenparasitischen Pilzes, der in Symbiose mit einem Gewächs lebt. Oder eine besondere Moosart, die das erste Mal Anfang des 19. Jahrhunderts in Klenow gefunden wurde und vor einigen Jahren am Rennbahnweg von einer Forscherin wiederentdeckt werden konnte“, erklärt der Ludwigsluster weiter, der seit 20 Jahren Mitglied in der Botaniker-Fachgruppe in Ludwigslust ist.

Er selbst habe schon mehrmals Beiträge in der Fachzeitschrift der NGM veröffentlicht. Und das Natureum im Schlosspark ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit. „Mit dem Museum wollten wir den Besuchern des Parks einen Ort anbieten, an dem sie sich über ihre Umgebung informieren können“, so Jueg. „Wir kauften das leerstehende Haus neben dem Barockschloss und sanierten es für rund eine halbe Million Euro“, so Jueg, der als Biologie- und Chemielehrer an der Regionalschule „Peter Joseph Lenné“ arbeitet. Das Museum, das seit zehn Jahren ehrenamtlich betrieben wird, hat von April bis Oktober an den Wochenenden geöffnet. „Es würde etwas reibungsloser ablaufen, wenn wir mehr Zuwachs hätten“, so der Experte.

Die Exkursion in den Schlosspark sei eine liebgewordene Tradition, stellt Uwe Jueg fest. Die Route wird nicht streng geplant. „Wenn ein Teilnehmer eine Frage zu einem bestimmten Gewächs oder zu einer Tierart hat, kommt es auch vor, dass wir einen Schlenker machen“, so Jueg. „Außerdem ist es mir ein persönliches Anliegen, etwas zur Geschichte des Schlossparks zu erzählen.“

Bevor die diesjährige Exkursion richtig anfängt, sehen sich die Besucher vor ein Rätsel gestellt. Klaus Funk aus Neu Brenz hat ein wohl noch unbestimmtes Gewächs aus seinem Garten mitgebracht. „Anfangs dachte ich, es sei das Jacobs Greiskraut, wenn man sich mal Blätter und Größe der Pflanze anschaut“, so der Senior. „Doch beim näheren Betrachten fiel mir auf, dass der Habitus, die äußere Erscheinung, doch nicht zu dieser Pflanzenart passt.“ Die Besucher bestaunen das Mitgebrachte. Doch zu einem Ergebnis kommen sie an diesem Tag leider nicht. So einigt man sich darauf: Es muss ein Unkraut sein. „Wie sagt man so schön, Unkraut nennt man ein Gewächs, deren Vorzüge noch nicht erkannt wurden“, scherzt Uwe Jueg und setzt den Rundgang fort.  

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