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Ludwigslust : Nächster Luftangriff auf die Raupen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wieder Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vom Hubschrauber aus geplant / Fachdienstleiterin: Nachhaltigen Erfolg sichern

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner geht in eine neue Runde. Obwohl Experten dem Hubschraubereinsatz des Vorjahres Erfolg bescheinigt haben, soll er in den kommenden Wochen wiederholt werden – und zwar in ähnlichem Umfang wie im Vorjahr. „Das ist nötig, um den nachhaltigen Erfolg zu sichern“, erklärt Dr. Ute Greitens, Fachdienstleiterin Gesundheit des Landkreises Ludwigslust-Parchim, gegenüber SVZ. „Wir wollen den Eichenprozessionsspinner nicht ausrotten, aber seine Massenvermehrung stoppen.“ Je länger die Raupen des Nachtfalters massenhaft auftreten, desto mehr ihrer Gifthärchen seien über viele Jahre in der Umwelt. Darunter zu leiden hätten nicht nur Menschen, sondern auch Weide-, Wild- und Haustiere, so Dr. Greitens.

Die Vorbereitungen auf den Biozidangriff aus der Luft laufen. Neben dem Landkreis sind u.a. das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV (LALLF) und die örtlichen Ordnungsbehörden beteiligt. Kommende Woche soll es eine weitere Beratung geben.

Mancherorts ist aber noch nicht einmal die Vorjahresaktion zu den Akten gelegt. Vor allem die Rechnungen, die den Gemeinden für den Hubschraubereinsatz ins Haus flatterten, sorgten für Unmut. Im Amt Ludwigslust-Land summierten sie sich auf rund 13 500 Euro. Bezahlt wurden sie nach Auskunft von Wolfgang Utecht, dem Leitenden Verwaltungsbeamten, noch nicht. „Nur Lüblow hatte eine Kostenübernahmeerklärung abgegeben, alle anderen Gemeinden nicht“, begründet er.

Für dieses Jahr haben die Gemeinden von Ludwigslust-Land die Zuständigkeit für die Bekämpfungsaktion auf das Ordnungsamt übertragen – allerdings nicht zu aller Freude. In der jüngsten Amtsausschusssitzung gab es dazu sieben Ja-Stimmen und drei Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen. „Damit geben die Gemeinden die Verantwortung dafür aus der Hand“, hatte Wöbbelins Bürgermeisterin Viola Tonn zuvor gewarnt. „Ich möchte auf keinen Fall, dass bei uns in der Ortslage aus der Luft bekämpft wird.“ Wolfgang Utecht betont im SVZ-Gespräch jedoch, dass die Bürgermeister in die Entscheidung, wo geflogen wird, einbezogen werden.

Rund 20 000 Euro sind für den Spinnerkampf in den Haushalt des Amtes eingestellt worden und müssen über die Amtsumlage von allen Gemeinden getragen werden. Darin enthalten sind auch mögliche Kosten für die Bekämpfung der Raupen vom Boden aus, wie es sie insbesondere in Warlow, Wöbbelin und Lüblow auch in den Vorjahren schon gegeben hatte. Mit unterschiedlichem Erfolg. So berichtet Lothar Seliger, Bürgermeister von Lüblow, dass er die Gespinstnester von drei der an die 100 Eichen in seinem Gemeindegebiet 2012 hatte absaugen lassen. „Im Jahr darauf waren sie wieder da“, sagt er. Bei den großen, verzweigten Eichen in unserer Region ist es zudem kaum möglich, vom Boden aus alle Nester zu erwischen.

Lothar Seliger wartet jetzt gespannt auf das Ergebnis eines Versuchs, den Lüblow im Vorjahr gemeinsam mit dem Landesamt LALLF unternommen hatte. An drei Eichen sei ein Mittel in den Stamm gespritzt worden, das in die Blätter wandern und beim Fressen von den Raupen aufgenommen werden sollte. „Das Ergebnis hinsichtlich Wirksamkeit und Kosten steht aber noch aus“, so Seliger.

Im Moment führt für die Verantwortlichen kein Weg an den Hubschrauberflügen vorbei. „Sie machen es möglich, innerhalb kurzer Zeit große Flächen zu behandeln“, begründet Dr. Ute Greitens. Und darauf kommt es an. Denn einerseits sollen die Raupen bekämpft werden, bevor sie das dritte Larvenstadium erreichen, weil sie dann bereits ihre winzigen Brennhaare ausbilden. Andererseits müssen die Eichen schon Blätter ausgetrieben haben, damit das eingesetzte Biozid daran haften kann. Mit Blick auf das Wetter schätzt die Fachdienstleiterin, dass der Einsatz in diesem Jahr zehn Tage früher beginnen könnte. Im Vorjahr war der erste Hubschrauber am 6. Mai aufgestiegen. Geplant ist wieder ein Bürgertelefon. Flüge über Ortslagen soll es in diesem Jahr in der Regel nicht geben.

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