Ludwigslust : Nachts auf Pilzpirsch am Störkanal

Experte Reinhold Krakow führte Sammler bei einer Nachtwanderung durch die Lewitz bei Banzkow: Ausbeute war sehr bescheiden

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18. August 2015, 07:00 Uhr

Um es gleich zu sagen: Die Pilzausbeute war gering. Sehr gering. Wer gehofft hatte, bei dieser nächtlichen Pilzwanderung seinen Korb voll zu bekommen, wurde arg enttäuscht. Aber volle Pilzkörbe hatte Reinhold Krakow auch nicht versprochen. „Das kann man nicht machen“, sagt der Pilzsachverständige vom mykologischen Informationszentrum in Wismar. Enttäuscht mussten die Pilzfreunde trotzdem nicht sein, denn bei Lehrwanderungen wie dieser gehe es auch um Wissensvermittlung, sagt Krakow.

Die Wanderung begann am Störkanal bei Banzkow. Hier hatten sich mehr als 20 Pilzfreunde eingefunden. Unter ihnen Kirsten und Rolf Martens mit ihrem 14-jährigen Sohn Jonas aus Rosenow bei Sternberg. „So eine Nachtwanderung ist mal was anderes. Und wir haben Urlaub, das passt“, sagt Kirsten Martens. „Wir haben schon Pilzwanderungen mitgemacht, allerdings noch nie nachts. Und wir haben uns auch schon mal in Wismar beraten lassen, weil wir einen Pilz nicht identifizieren konnten.“ Es war der Gallenröhrling, der eine ganze Mahlzeit verderben kann.

Aus Warsow waren Edeltraud Böttge und ihr Mann Michael Schmitt gekommen. „Wir sind gespannt, was uns erwartet“, sagte sie im Vorfeld.

Die Führung begann am Störkanal bei Banzkow, ging bis zur Gaartzer Brücke und schließlich zum Rastplatz „Am Wasserloch“ in die Waldlewitz. Entdeckt haben die Sammler unter anderem einige Täublinge, Pantherpilze und „den gefährlichsten aller Pilze, den Grünen Knollenblätterpilz“, erzählt Reinhold Krakow. Beim Herausnehmen ist ein Teil des Pilzes abgebrochen, die typische Knolle im Boden stecken geblieben. „Die Stielbasis ist bei manchen Pilzen besonders wichtig, um ihn eindeutig bestimmen zu können“, erläutert der Experte. Der Grüne Knollenblätterpilz rieche angenehm nach Honig. „Ein Pilz, der so riecht, ist schon potenziell äußert gefährlich“, sagt Krakow. Ausgenommen der Honig-Täubling, der auf der Roten Liste steht. Der Wurzelnde Bitter-Röhrling ist zwar ungenießbar, aber der Fund hat die Sammler trotzdem erfreut. Krakow: „Weil es sich um einen großen Pilz gehandelt hat.“ Auch einen Fahlen Röhrling habe man entdeckt. Dieser ist essbar, kommt aber sehr selten vor. Ansonsten hielt sich die Ausbeute in Grenzen. Gegen 23 Uhr wurde am Rastplatz „Am Wasserloch“ ein Pilzgericht ausgeschenkt. Irena Dombrowa, ebenfalls Pilzberaterin, hatte die Waldpilzsuppe vorher zu Hause zubereitet. Am Rastplatz endete der nächtliche Ausflug. Denn in der Ferne war Gewitter zu hören, so Krakow. „Wir wollten kein Risiko eingehen“, betont er. Sein Resümee: Die Pilzernte fiel bislang insgesamt äußerst bescheiden aus. Bei entsprechender Witterung könnte es im Herbst noch mal interessant werden.

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