Dömitz : Nachhaltigkeit im Kiefernwald

Revierförster Wolfgang Mundt zeigt den Größenunterschied einer Jungpflanze gegenüber einem ausgewachsenen Kieferstamm.
Revierförster Wolfgang Mundt zeigt den Größenunterschied einer Jungpflanze gegenüber einem ausgewachsenen Kieferstamm.

Im Wald bei Heidhof werden auf zwei Hektar 24 000 junge Kiefern gepflanzt

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25. März 2015, 06:25 Uhr

In einem Waldstück bei Heidhof nahe Dömitz stehen groß gewachsene Kiefern, die bis zu 100 Jahren alt sind, neben gerade neu gepflanzten Bäumchen, die so klein sind, dass sie im ersten Moment kaum sichtbar sind.

„Wir betreiben hier nachhaltige Kiefernwirtschaft“, sagt Wolfgang Mundt, Revierförster des zum Forstamt Kaliß gehörenden Reviers Heidhof. Auf dem zwei Hektar großen Areal des Waldstücks, das zu dem 1250 Hektar großen Landeswald gehört, werden in einem Abstand von 45 Zentimetern um die 24 000 junge Kiefern gepflanzt. „Die Pflanzen stammen aus der Lohnanzucht für den Landesforstbetrieb MV und wurden durch die Forstbaumschule Güstrow aufgezogen“, erklärt Jan Nehring, Geschäftsführer der Güstrower Garten-, Landschafts- und Forstbaugesellschaft mbH (Galafo). Die engen Pflanzabstände haben Einfluss auf das Höhenwachstum. „Später werden die Bestände durchforstet und somit das Dickenwachstum angeregt“, erklärt Nehring weiter.

Ab einem Alter von 30 Jahren seien dann erste Erträge durch Pflegeeingriffe zu erwarten. Weitere 30 Jahre später sei der Bestand dann noch 2000 Kiefern pro Hektar groß. „Diese sogenannte Verjüngung des Waldes wird auf insgesamt 14 Hektar im Landeswald betrieben“, sagt Revierförster Mundt. Im Forstamt Kaliß sind 89 Prozent der Bäume im Wald Kiefern. „Die Kiefer ist sehr beständig.

Trockenheit und Wärme machen ihr nichts aus“, erklärt Mundt. Doch er freue sich für die Kiefern über jeden Regentropfen, denn umso üppiger werde auch die Natur, sagt er. Derweil pflanzen sieben Mitarbeiter der Galafo die neuen Sprösslinge in den Waldboden. „Unser Produktionsziel ist astreines und hochwertiges Kiefernstammholz herauszubekommen“, sagt Jan Nehring. Doch die nachhaltige Kiefernwirtschaft stehe dabei immer im Fokus, und es werde darauf geachtet, genügend Kiefern nach der Abholzung wieder nachzupflanzen, versichert Mundt.

„Wir müssen schließlich auch wirtschaften“, sagt der Revierförster. 200 bis 350 Festmeter (ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter) Nutzholz inklusive Brennholz werden aus einem Hektar Kiefernwald gewonnen. Bei einem Jahreseinschlag von knapp 6000 Festmetern – davon 5900 Festmetern Kiefernholz – werden pro Festmeter durchschnittlich 57 Euro Erlös erzielt.

„Wir leben von dem Kiefernbestand, den unsere Vorfahren gepflanzt haben“, erklärt Nehring. Die jungen Kiefernpflanzen in der Hand haltend, betont er, dass von diesen Bäumen dann die nächsten Generationen etwas haben werden.

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