Dömitz/Vielank : Nach Monaten: Banges Warten aufs Hochwassergeld

So sah es zur Überschwemmungszeiten in Dömitz aus.  Fotos: privat
So sah es zur Überschwemmungszeiten in Dömitz aus. Fotos: privat

Dömitzer Hafen Gastronomie sitzt noch immer auf den Schäden des Elbehochwassers vom Juni

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06. Februar 2014, 18:30 Uhr

Anja Rabe mag schon nicht mehr im Schweriner Wirtschaftsministerium anrufen. Die Geschäftsführerin, die neben dem Dömitzer Betrieb auch für das Vielanker Brauhaus verantwortlich ist, wartet auf 28 000 Euro. Immer wieder ist sie vertröstet worden. Selbst ein schneller Bescheid des Schweriner Ministeriums half bisher nicht weiter. Denn das Geld für das von der Flut betroffene Unternehmen muss vom Bund kommen. Und das dauert.

Es geht um den teilweisen Ersatz für die Schäden, die in Dömitz durch das Elbehochwasser im Juni entstanden sind. Es geht um Mittel aus dem so genannten Aufbauhilfefonds. Das Wirtschaftsministerium fühlt sich schon zuständig für das Schicksal der gewerblichen Betriebe, kann aber auch nicht viel machen. Der Firma Dömitzer Hafen Gastronomie GmbH & Co. KG wurde als Opfer der Flutkatastrophe mit einem Bescheid Ende Dezember ein Zuschuss bewilligt. Anja Rabe: „Das ist zwar schön, nutzt uns aber bisher nichts. Dabei deckt die angekündigte Summe nur einen Teil der tatsächlichen Verluste. Die liegen nach unseren Berechnungen bei 125 000 Euro.“ Gute 14 Tage war im vergangenen Sommer das Gebäude mit Hotel und Elbcafé dicht. Es war Katastrophenalarm, schließlich stieg die Elbe auf Rekordhöhe. Bis zu einem Meter stand das Wasser in der Eventhalle. „Wir fanden die rigorose Sperrung damals schon übertrieben, wir hatten schließlich auch mit Hochwassertouristen gerechnet und eine Weile wäre das durchaus auch gegangen. Aber damals führte ja kein Weg da rein.“ Unbürokratisch ging es auch nicht zu. Gleich mehrfach wurden die Dömitzer überprüft, dann mussten sie ein extra entwickeltes Formblatt ausfüllen. „Und dann gab es noch mal Termine, wo wir alle Originalrechnungen und Belege vorlegen mussten.“

Am Ende bekommt Dömitz die Kosten für die nötigen Neuanschaffungen ersetzt, beispielsweise für Holzverkleidungen in der Halle oder den nötigen Austausch für den Strandkies. Die Flaute in Sachen Hochwasser blieb im übrigen nicht auf die zwei Wochen Überflutung beschränkt. Bis in den August hinein, so berichten es die Verantwortlichen in Dömitz, hätte es Stornierungen gegeben, weil die Besucher annahmen es sei alles kaputt. „Das haben wir auch der völlig übertriebenen Berichterstattung von Funk und Fernsehen zu verdanken“, ist sich Rabe sicher. Für das Wirtschaftsministerium ist der Fall Dömitz tatsächlich ein Einzelfall, allerdings ein unangenehmer. „Wir haben getan was wir konnten. Aber wir können diese Mittel nicht auszahlen, weil diese vom Bund kommen“, so Ministeriumssprecher Gunnar Bauer gestern. Er rechnet in den kommenden Tagen mit dem Geld.

In Sachen Flut ging nicht alles schief. Burkhard Thees, als Amtsvorsteher des Amtes Dömitz-Malliß ständig mit den Einsatzkräften in Kontakt, erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass Firmen und Unternehmen, die mit Material und Technik während des Hochwassers halfen, ihre Kosten und Auslagen erstattet bekommen haben. „Da hat die Zusammenarbeit mit dem Amt und dem Landkreis sehr gut geklappt.“



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