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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 14:21 Uhr

Ludwigslust : Nach Herzinfarkt in Lulu gerettet

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schnelles Handeln rettete Ludwigsluster das Leben / Namhafter Kardiologe kündigt Verlassen des Westmecklenburg-Klinikums an

von
erstellt am 19.Dez.2014 | 07:00 Uhr

Diesen Februartag vor fast zwei Jahren wird Dr. Werner Schröder (82) aus Ludwigslust nicht vergessen. An diesem Tag hat ihm die Kompetenz der Ärzte im Krankenhaus Stift Bethlehem das Leben gerettet – buchstäblich in letzter Sekunde. Gegen 23.30 Uhr plagte ihn plötzliches Unwohlsein, seine Frau Dr. Marlen Schröder, Fachärztin für Allgemeinmedizin, rief den Rettungsdienst. Der Notarzt war sich nicht ganz sicher: Es könnte ein Herzinfarkt sein. Sofort ging es ins Krankenhaus, wo das EKG (Elektrokardiogramm, eine Herzmessung) den Verdacht bestätigte. Die Herzkatheteruntersuchung lieferte die Bestätigung. Ein großes Gefäß war verschlossen, so dass große Teile des Herzens nicht mehr mit Blut versorgt wurden. Allerdings konnte gleich ein Stent (Gefäßstütze) gesetzt werden. „Ich bin davon überzeugt, dass ich heute nicht mehr leben würde, wäre mir nicht so schnell geholfen worden“, ist Dr. Werner Schröder überzeugt. Für ihn kam der Herzinfarkt aus heiterem Himmel – in keiner Vorsorgeuntersuchung erkennbar, nie geraucht, gesund gelebt.

Sowohl er als auch seine Frau sind nicht nur von der Kompetenz der medizinischen Versorgung in Ludwigslust begeistert. Auch die Zuwendung durch Ärzte, Schwestern und Pfleger sei beispielgebend. „Ich musste in den letzten Jahren in fünf Krankenhäusern behandelt werden“, sagt Werner Schröder. „Ludwigslust hat die beste Note verdient.“

Unterdessen hat Chefarzt Professor Dr. Dierk Werner, namhafter Kardiologe, gegenüber SVZ das Gerücht bestätigt, dass er das Klinikum unter den gegebenen Umständen verlassen wird. „Zum Beispiel soll das Katheterlabor outgesourct (in externe Hände gegeben, d. Red.) werden. Ich habe es aufgebaut. Das ist, als wenn ein Chirurg nicht mehr in den OP-Saal darf“, erklärt der Chefarzt seine Absicht zu wechseln. Werner hatte die Kardiologie in Ludwigslust wesentlich mit geprägt. SVZ hatte mehrfach darüber berichtet. Der knapp 50-Jährige, der aus Sachsen stammt und dem während seines bisherigen beruflichen Werdegangs zahlreiche Stipendien, Forschungsaufträge und Preise zuteil wurden, hat offen gelassen, wo er seine künftige Wirkungsstätte sieht.

Nach der beeindruckenden Demonstration von Klinikum-Mitarbeitern in dieser Woche vor Beginn der Kreistagssitzung hat Landrat Rolf Christiansen vor den gewählten Vertretern noch einmal zum Klinikum Stellung genommen und betont, dass sowohl Ludwigslust als auch Hagenow als Krankenhaus-Standorte Zukunft hätten. Auch um seinen Arbeitsplatz brauche sich niemand Sorgen zu machen. Allerdings werde es zu Veränderungen des Arbeitsortes kommen. „Wenn die Häuser gut aufgestellt sind, sind sie in der Lage zu investieren – auch in neue Angebote – und werden interessant für weitere Spezialisten“, unterstrich der Landrat. „Zur Neuausrichtung gehören auch Kooperationen mit weiteren Partnern, hierdurch werden unsere Häuser gestärkt und nicht wie auf der Straße fälschlicherweise diskutiert für einen Verkauf vorbereitet“, so Rolf Christiansen.

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