zur Navigation springen

Ludwigslust : Nach der Regionalschule noch einmal die Schulbank drücken

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Am Fachgymnasium Wirtschaft in Ludwigslust können junge Leute die Hochschulreife erlangen / Bewerbungen für das kommende Schuljahr bis zum 28. Februar

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2014 | 19:07 Uhr

Eigentlich war bei Ulrike Haugg alles klar. Nach der zehnten Klasse begann sie ihre Ausbildung in Hannover, um Zahnarzthelferin zu werden. Doch nach wenigen Wochen in der niedersächsischen Landeshauptstadt wurde ihr bewusst, dass dieser Weg für sie nicht der richtige ist. „Ich sah keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft“, begründet sie ihre Entscheidung, die Ausbildung schließlich abzubrechen. Stattdessen nahm sie Kurs auf ein Studium. Um das dafür erforderliche Abitur ablegen zu können, bewarb sie sich beim Fachgymnasium Wirtschaft in Ludwigslust. Inzwischen besucht sie die 13. Klasse und steht kurz vor ihren Abi-Prüfungen.

„Unsere Fachgymnasien sind für die jungen Leute gut, die von der Regionalschule kommen und trotzdem das Abitur machen wollen“, erklärt Brigitte Schriefer, Schulleiterin des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums des Landkreises Ludwigslust-Parchim (RBB). Der Vorteil: Alle Schüler starten von etwa demselben Niveau. Das wäre auf dem Gymnasium, an das Regionalschüler nach der zehnten Klasse bei entsprechenden Leistungen ebenfalls wechseln können, in der Regel anders. Zudem würde die wirtschaftliche Ausrichtung des Unterrichts am Fachgymnasium zumindest jenen Schülern weitere Pluspunkte bringen, die in Richtung Wirtschaft studieren oder eine Berufsausbildung absolvieren wollen, so Brigitte Schriefer. „Fächer wie Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Rechnungswesen und Rechtslehre haben sie auch am Fachgymnasium schon.“ Außerdem haben sie drei Jahre Zeit. In der elften Klasse werden sie auf die gymnasiale Oberstufe in den Klassenstufen 12 und 13 vorbereitet. Am Ende winkt das Abitur. „Die Schüler können hier die Hochschulreife erlangen und dann an jeder Hochschule studieren“, erklärt Brigitte Schriefer. Bereits nach der 12. Klasse ist es möglich, den theoretischen Teil der Fachhochschulreife anerkannt zu bekommen.

Ulrike Haugg möchte das Abitur und hat ihre Entscheidung, aufs Fachgymnasium zu gehen, nicht bereut. Auch wenn es manchmal schwer ist. „Ich habe ja ein Ziel vor Augen. Dafür muss man auch mal die Zähne zusammenbeißen“, sagt die 20-Jährige aus Parchim, die jetzt in Ludwigslust lebt. Vor allem die Mathematik bereitet ihr ein paar Probleme. Aber Ulrike ist sicher, die Prüfung zu schaffen. Und dann soll es zum Studium gehen – in Richtung Wirtschaft, wahrscheinlich BWL.

Am vergangenen Sonnabend hatte Ulrike Haugg ein paar Zusatzstunden im Fachgymnasium verbracht. Allerdings nicht etwa, um Stoff nachzuholen, sondern um den Bildungsweg anderen jungen Leuten schmackhaft zu machen. Rund 70 Schüler waren dazu in das Gebäude am Techentiner Weg gekommen. Insgesamt stehen an den beiden Fachgymnasien Wirtschaft des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums für das kommende Schuljahr 60 Plätze zur Verfügung – 30 in Parchim, 30 in Ludwigslust. Bis zum 28. Februar können Interessenten ihre Bewerbungen einreichen, einschließlich des Halbjahreszeugnisses der zehnten Klasse.

Das Regionale Berufliche Bildungszentrum (RBB) gibt es seit August vergangenen Jahres. Es ist durch die Fusion der Beruflichen Schulen der früheren Landkreise Ludwigslust und Parchim entstanden. Hauptsitz ist Parchim, Nebenstellen gibt es in Ludwigslust und Hagenow. Unter dem Dach des RBB werden neben den Fachgymnasien auch die Berufsvorbereitung und die theoretische Ausbildung im Rahmen der dualen (betrieblichen) Ausbildung angeboten. In Hagenow lernen die Azubis aus Metallbau, Kfz- und Tischlerhandwerk, in Ludwigslust angehende Bäcker, Fleischer, Verkäufer, Maler und Lebensmitteltechniker. Für künftige Fachkräfte in der Gastronomie, für Büro- und Industriekaufleute ist Parchim zuständig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen