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Bombenangriffe - Zweiter Weltkrieg : Nach 70 Jahren nicht vergessen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gestern Gedenken an die Opfer des amerikanischen Bombenangriffs am 22. Februar 1945 auf Ludwigslust mit 200 Toten

von
erstellt am 22.Feb.2015 | 21:30 Uhr

Es ist gestern die gleiche Tageszeit, als Grete Kayser leise einen kleinen Stein aufhebt und ihn am Gedenkkreuz auf dem Ludwigsluster Friedhof niederlegt. „Für meine Eltern und meine Schwester“ sagt sie. Sie sind 70 Jahre zuvor, am 22. Februar 1945 um die Mittagszeit bei einem 25-minütigen Bombardement der US Air Force ums Leben gekommen.

Maria Barthel, die Tochter des Ludwigsluster Pastors Bruno Theek (1891 bis 1990), hat ein Büchlein geschrieben. Es heißt „Szenen einer Kindheit“ und enthält auch eine Passage über die schrecklichen Ereignisse des 22. Februar 1945 – über zwei Hitlerjungen etwa, die durch Bombensplitter tödlich verletzt, vor den Augen ihrer Kameraden verbluteten.

Der einzige Bombenangriff auf Ludwigslust, mit dem niemand gerechnet hatte, zogen die Pulks der Flugzeuge doch sonst immer in Richtung Berlin über die kleine Stadt hinweg – dieser Angriff ist im kollektiven Bewusstsein der Lindenstadt immer noch präsent.

Zwar nähme die Zahl der Zeitzeugen immer mehr ab, dennoch gelte es, die Erinnerung als Mahnung zu bewahren, so Pastorin Katharina Lotz.

Ziel des amerikanischen Angriffs war wohl seinerzeit der Bereich des Bahnhofes. Das Bahnhofsgebäude wurde nur leicht beschädigt, dafür aber Wohnhäuser in der Umgegend stark. Ein Foto, aufgenommen von einer Kamera, die an der Unterseite eines Flugzeugs befestigt war, zeigt Detonationen am Ludwigsluster Eichkoppelweg, wo sich Bahngleise in verschiedene Richtungen verzweigten. Hier sollte wohl das Verbindungsgleis Parchim–Dömitz getroffen werden.

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