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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 10:31 Uhr

Dömitz : Nabu-Pfusch muss Stadt teuer sanieren

vom

Der Baupfusch von vor 20 Jahren muss jetzt am Zeughaus auf der Dömitzer Festung aufgearbeitet werden. 250 000 Euro werden für die Sanierung eingesetzt.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2012 | 10:33 Uhr

Dömitz | Die Einhaltung des Denkmalschutzes wird in Dömitz sehr ernst genommen. So gibt es ein Beispiel, wo der Einbau einer Gaube auf der rückwärtigen Seite eines Wohnhauses im Kerngebiet der laufenden Stadtsanierung aus eben solchen Gründen versagt wurde - Kontrolle eingeschlossen. Wenn Stadtvertreter und Stadtverwaltung zu Beginn der 90er Jahre ebenso strikt die Umbaumaßnahmen des Naturschutzbundes (Nabu) Niedersachsen des Zeughauses der Festung Dömitz überwacht hätten, könnte jetzt alles Fördergeld für die komplette Sanierung des Gebäudes oder für eine Bühne auf dem Festungshof verwandt werden. So aber fließen 250 000 Euro - 210 000 Euro aus Leader-Fördermittel und 40 000 Euro der Stadt - für die Sicherung des Gebäudesockels gegen Grund- und Qualmwasser und die Herrichtung der Räume im Erdgeschoss.

Pfusch am Bau, so muss das Kind beim Namen genannt werden, wie aus dem Bauamt der Stadt und von der Gesellschaft für Ortsentwicklung u.Stadterneuerung mbH (GOS) in Ludwigslust zu erfahren war. Noch bevor die Sanierung der Festung im Jahre 2002 ins Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde, damit die GOS alle Baumaßnahmen begleitete, wurde der Deal zwischen Stadt und Nabu eingefädelt: Die Naturschützer als Mieter bezahlten aus eigener Tasche den Umbau des Zeughauses, die Stadt verzichtete auf Miete, so die GOS-Auskunft. Allerdings wurden fast ausschließlich nur die Räume im Obergeschoss hergerichtet. Auch wurde der Einbau von Gauben zugelassen, weil sie ins Erscheinungsbild gepasst haben sollen. Damit war dann das Nabu-Besucherzentrum auf der Festung fertig gestellt. Doch schon nach wenigen Jahren verwaiste das Haus zusehends.

Heute, gute 20 Jahre später, und nach dem Auszug des Nabu, steht eine Einigung zwischen Nabu und Stadt immer noch aus. Glück für Dömitz: Ein verlässlicher Nachmieter, das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, ist gefunden. Schon in wenigen Wochen soll dort die erste Dauerausstellung eröffnet werden. Das Zeughaus soll zu einem Stützpunkt des Vereins aufwachsen.

Allerdings offenbarten sich bei der Besichtigung de Hause auch die baulichen Schäden. Hatte der Nabu schlicht gesagt, von oben nach unten saniert, so wird nun endlich eine horizontale Abriegelung von unten in die Höhe verwirklicht. Zudem werden die Räume im Parterre so saniert und modernisiert, dass dort der Schimmel keine Ansatzmöglichkeiten erhält. Viel Geld muss allein für das neue Verputzen der Wände ausgegeben werden, erklärt ein GOS-Projektleiter. Ohne diese Sanierung könne eine Ausstellung überhaupt nicht installiert werden.

Wurden damals die unteren Räume nicht saniert, so bleiben nun die im Obergeschoss auf der Strecke. Das Geld reicht eben nicht für ein schmuckes Ganzes.

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