Ludwigslust : Mut zum Risiko wurde belohnt

Mut zum Risiko bewies Ulrich Müller, als er 2003 die Fleisch- und Wurstspezialitäten übernahm.  Fotos: Thorsten Meier/LFW
1 von 4
Mut zum Risiko bewies Ulrich Müller, als er 2003 die Fleisch- und Wurstspezialitäten übernahm. Fotos: Thorsten Meier/LFW

LFW hat in zehn Jahren 20 Mio Euro in Standort investiert

von
08. Dezember 2014, 08:01 Uhr

Am Anfang stand neben nüchternem Zahlen-Kalkül viel Mut. Sehr viel Mut.

„Ich hatte schon ein paar schlaflose Nächte. Schließlich habe ich mit allem was ich hatte gebürgt. Und das Unternehmen war damals nicht so gesund, es gab einige Altlasten und einen Investitionsstau“, erinnert sich Ulrich Müller an die Zeit, als er das Unternehmen LFW Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG zu seiner Herzensangelegenheit machte. Das war 2003. Seitdem hat der Geschäftsführende Gesellschafter in den letzten zehn Jahren rund 20 Millionen Euro in die Modernisierung und Erweiterung des Standortes in der Bauernallee investiert. Mit Erfolg. Die Produktionsfläche sei auf etwa 16 000 Quadratmeter erweitert worden, nächstes Jahr sollen nochmals 1000 Quadratmeter hinzukommen, erzählt der 49-Jährige, dessen Wieger hörbar einst im Bayrischen stand.

„Ich war von 1994 bis 1997 schon mal in Ludwigslust, 1999 bin ich im Auftrag der Bank als Sanierer zurück. Von Anfang an hing viel Herzblut von mir in der Angelegenheit. Denn die Menschen hier, die einen guten Job gemacht hatten, wollte ich nicht enttäuschen. Irgendwann habe ich mich entschlossen, selbst in die Bresche zu springen, um den Produktionsstandort zu erhalten“, verrät Müller weiter. Denn einen Großteil der Belegschaft zu entlassen und die Produktion zu verschlanken, seien für ihn keine Optionen gewesen. „Das Zukünftige sollte zu den Menschen und der Region passen. Mir war es von Anfang an wichtig, Produkte aus dem Land zu vermarkten.“ Mittlerweile sei man national sehr gut aufgestellt. Auch international würden Fleisch- und Wurstwaren aus Ludwigslust, beispielsweise nach Dänemark, Bulgarien, Tschechin und Russland geliefert.

Müller: „Wir haben vor allem im Bio-Bereich Großes aus dem Boden gestampft. Mittlerweile gehören wir mit zu den ersten Dreien in Deutschland. Rund 95 Prozent der Tiere, die wir verarbeiten, stammen aus Mecklenburg-Vorpommern. Einem Land, das für Bio-Landwirtschaft steht.“ Sein Unternehmen arbeite neben Ministerium und Landwirten als gelungene Symbiose auch mit dem Deutschen Tierschutzbund zusammen. Das beträfe vor allem die Aufzucht von Schweinen. Die würden auf Stroh gehalten und hätten viel Platz. „Wir kaufen nicht anonym über Dritte. Wir schauen uns schon sehr genau um, schicken auch unsere Kunden in die Agrar-Betriebe. So können sie sich selbst ein Bild machen.“ Die Verbundenheit zum Land sei ihm sehr wichtig, gesteht Müller. „Im Rohstoff-Einkauf liegt unsere Quote bei rund 70 Prozent dessen, was wir aus M-V verarbeiten.“ Ungefähr 16 000 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren verließen jährlich die Firma, die 180 Mitarbeiter habe und bei Bedarf auch schon mal 300 Menschen beschäftige.

„2015 wollen wir ein großes Blockheizkraftwerk errichten, um unser Energie-Management weiter zu verbessern“, umreißt Müller ein ihm persönlich sehr wichtiges Ziel.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen