ludwigslust : Musikschule will höhere Gebühren

Auch Kinder können schon Instrumente spielen – wie hier in Bremen. An der Kreismusikschule lernen sie beim Instrumentenkarussell unterschiedliche Instrumente kennen.
Auch Kinder können schon Instrumente spielen – wie hier in Bremen. An der Kreismusikschule lernen sie beim Instrumentenkarussell unterschiedliche Instrumente kennen.

Bildungsausschuss lehnt vorgeschlagene Steigerung ab - Sie sollte auch große Nachfrage in einigen Bereichen regulieren

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01. September 2015, 07:00 Uhr

Für die musikalische Früherziehung 22,80 Euro pro Monat statt zwölf Euro? Für das Instrumentenkarussell 25,65 Euro statt 19,50 Euro? Ginge es nach der Leitung der Kreismusikschule „Johann Matthias Sperger“ würden deren Gebühren zum Teil erheblich steigen. Doch im Bildungsausschuss stieß sie erst einmal auf taube Ohren. Die Vorlage wurde bei einer Enthaltung einstimmig abgelehnt. Dabei ging es nicht unbedingt darum, dass die Ausschussmitglieder gegen jegliche Gebührenerhöhung sind. Ihnen stießen vor allem das Ausmaß der Steigerung und zum Teil die Begründungen sauer auf.

Bernd Jagutzki, Leiter der Kreismusikschule, hatte auf der jüngsten Ausschusssitzung den Entwurf für eine geänderte Satzung vorgestellt und für die Veränderungen geworben. Es ginge darum, eine qualitativ hochwertige Arbeit zu ermöglichen und die Arbeit noch effizienter zu machen. Besonders deutliche Erhöhungen hatte er bei der musikalischen Früherziehung, der musikalischen Grundausbildung, dem Instrumentenkarussell und dem Musikgarten vorgeschlagen. „Zur Regulierung der steigenden Nachfrage“, wie Bernd Jagutzki unter Verweis auf die bestehenden Wartelisten erklärte. Ziel sei es, dass maximal zehn Kinder in einer solche Gruppe sitzen, derzeit seien es aber 14. „Eine Belastung für die Pädagogen und auf Dauer zu Lasten der Qualität“, so Jagutzki. Zudem sei dann der finanzielle Sprung zum deutlich teureren Instrumentalunterricht nicht mehr zu groß.

„Man macht es teurer, damit weniger Kinder kommen? Das wäre fatal“, meinte Ausschussvorsitzender Stefan Sternberg (SPD). „Genau das wollen wir nicht.“ Es sei wichtig, möglichst vielen Familien den Zugang zu den Angeboten der Musikschule zu ermöglichen. Christine Dyrba (Die Linke) war die Steigerung um nahezu 100 Prozent eindeutig zu hoch. „Die Belastung wäre zu stark. Da kann ich nicht mitgehen.“ Und Karl-Heinz Stief (SPD) fragte, wie man begründen wolle, dass die Gebühren für den Instrumentalunterricht nicht angehoben werden sollen.

Bernd Jagutzki verwies darauf, dass die Musikschule verpflichtet worden ist, 48,5 Prozent ihrer Kosten durch eigene Einnahmen zu decken und dass man davon auch mit der Erhöhung noch weit entfernt wäre. Und er erinnerte daran, dass die Gebühren im Altkreis Parchim bis zum Inkrafttreten einer einheitlichen Satzung vor zwei Jahren noch viel höher gewesen seien als die jetzt vorgeschlagenen Sätze. Aber es half nichts. Bei den Mitgliedern des Bildungsausschusses konnte er damit nicht landen. Neun lehnten sie (bei einer Enthaltung) ab. Stefan Sternberg schlug vor, in den Fraktionen noch einmal darüber zu sprechen. Bernd Jagutzki bot an zu prüfen, wie es aussehen würden, wenn es auch beim Instrumentalunterricht Erhöhungen geben würde.

Der Ausgang der Diskussion ist derzeit völlig offen. Heute Abend berät der kreisliche Haushaltsausschuss über die vorgeschlagenen Veränderungen. Finden sie dort und später im Kreistag auch keine Mehrheit, würde die alte Gebührensatzung weiter gelten – und der Landkreis bei gleich bleibender Schülerzahl auf rund 34 000 Euro pro Jahr verzichten.

Gute Nachrichten gibt es bezüglich des Personals: Ab 1. Januar nächsten Jahres hat die Kreismusikschule 2,75 Stellen mehr. Durch die neuen Mitarbeiter sollen unter anderem Wartelisten abgearbeitet und die Qualität des Unterrichts erhöht werden.

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