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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 11:12 Uhr

Ludwigslust : Multimedia-Polittalk im Schloss

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Fünf Bundestagswahl-Kandidaten des Wahlkreises 12 stellten sich Fragen von Erst- und Jungwählern aus Westmecklenburg

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 07:00 Uhr

„Wie stehen Sie zur Frage der Abschiebepraxis von Flüchtlingen nach Afghanistan?“ fragte Lilly Blaudszun die fünf Kandidaten aus dem Wahlkreis 12 für die Bundestagswahl beim Erst- und Jungwählerforum im Foyer des Ludwigsluster Schlosses. Eigentlich hatte die RAA – Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg – diese Veranstaltung als Open-Air-Schreibtisch geplant. „Aber auf Grund des regnerischen Wetters sind wir dann in das Foyer umgezogen“, so RAA-Leiter Dr. Daniel Trepsdorf, der das Forum moderierte und dabei von seiner Kollegin Konstanze Moritz unterstützt wurde.

Zum Thema Afghanistan erklärte André Walther von den Linken, dass „wir endlich auch für Friedensprozesse in diesen Ländern sorgen müssen. Ich halte Afghanistan nicht für sicher.“ Als nächster ergriff AfD-Kandidat Dennis Augustin das Wort, ein in Ludwigslust lebender Architekt, der die alte Schmiede an der Villa Gustava zur Brennerei umbauen und den Park sanieren will. Wenn junge Menschen nach Afghanistan gehen, um dort zu helfen, dann könnten doch auch jene, die hier keinen Aufenthaltsstatus bekommen, wieder zurück in ihr Land gehen, so seine Meinung.

Dem widersprach Martina Tegtmeier von der SPD. Der Innenausschuss des Landtages solle einmal dorthin fahren und sich umsehen, dann würde man feststellen, dass Afghanistan nicht sicher sei. So sieht es auch Mathias Engling von B90/Grüne, der die Position seiner Partei erläuterte. Asylverfahren müssten schnell und fair durchgeführt werden. Man dürfe nicht länger zulassen, dass die Familien von Flüchtlingen auseinandergerissen werden. Kommunen sollten finanziell unterstützt werden, um so die Integration der Geflüchteten zu fördern. Stev Ötinger von der FDP betonte, man müsse schauen, dass Flüchtlinge wieder in sichere Regionen zurückkehren könnten. Aber Afghanistan halte er für nicht sicher.

Ein junger Mann aus der Runde der vier Jugendlichen stellte die Frage nach Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre. Das Wahlrecht ab 18 Jahren reiche aus, so Dennis Augustin, in dem Alter sei man schon reifer und auch lebenserfahrener. Wenn es denn für junge Menschen Politikangebote gebe, dann sei es eine gute Sache, wenn diese auch schon mit 16 wählen könnten, erklärte André Walther. „Viele junge Leute besuchen den Landtag und in den Gesprächen mit ihnen kommen viele gute Ideen zum Vorschein“, begrüßt Martina Tegtmeier das Engagement der Jugendlichen und sprach sich auch für ein Wahlalter ab 16 aus. Auch Mathias Engling befürwortet, dass junge Leute schon ab 16 wählen dürfen. „Aber die Parteien müssen auch den Mut haben, junge Menschen als Kandidaten aufzustellen.“

Eine eigene Meinung haben junge Leute auch schon mit 16, sie wissen dann sehr wohl, wen sie wählen wollen und warum, so FDP-Kandidat Stev Ötinger. „Ich finde es wichtig, junge Wähler mit ins Boot zu holen.“

Das Fragenspektrum, mit dem die fünf Kandidaten an diesem Nachmittag konfrontiert wurden, war vielfältig. Nach einer kurzen persönlichen Vorstellung ging es für die Politiker dann gleich zur Sache. Standpunkte der Kandidaten waren gefragt zur Wahrnehmung von Politik und Demokratie, zu Arbeit, Soziales, Bildung und Rente, zur Integrationspolitik, politischem Extremismus und zur Parteienwahrnehmung. „Der Termin ist an der Nahtstelle zwischen Social-Media-Formaten und analogem Gespräch aufgebaut, insofern hatten wir keine ,Menschenmassen’ bei diesem Forum erwartet“, so Dr. Daniel Trepsdorf. „Wir werden Auszüge des Gespräches via youtube übertragen, dort erreichen die Beiträge des Regionalzentrums im Schnitt zwischen 600 und 800 interessierte Menschen in Westmecklenburg.“

Im Vorfeld des Polittalks wurden auch Kommunikationsformen aus den sozialen Netzwerken genutzt. „So sind rund 80 Fragen von Schülern, Gruppen und Lehrern online an die Kandidaten gegangen. Mit der Resonanz können wir zufrieden sein“, so Dr. Trepsdorf. Weitere Veranstaltungen in Westmecklenburg schließen sich bis zur Bundestagswahl an, so etwa das „Grillduell der Kandidaten“ am 8. September in Parchim (WK 13) und am 15. September in Grabow (WK 12).

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