Dömitz : Multimedia in der Kasematte

Matthias Kutsch, Gesellschater der Agentur „impuls-design“ erläutert den Gästen die Konzeption der Ausstellung. Fotos: münchow
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Matthias Kutsch, Gesellschater der Agentur „impuls-design“ erläutert den Gästen die Konzeption der Ausstellung.

Ausstellung „Im Grunde“ auf der Festung Dömitz eröffnet: Die Schau erweitert das Infozentrum des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe.

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28. April 2015, 07:00 Uhr

Einst diente die Kasematte „Greif“ den Soldaten dazu, die Festung Dömitz zu verteidigen. Noch heute zeugen Schießscharten vom damaligen Zweck des Kellergewölbes. Ab sofort wird die Kasematte wieder genutzt: Am gestrigen Montag wurde hier die Ausstellung „Im Grunde“ eröffnet. Sie erweitert nunmehr das Besucherinformationszentrum des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern um eine weitere Attraktion.

Die Ausstellung auf über 400 Quadratmetern zeigt sich in einer einmaligen Kombination: In denkmalgeschützten Gewölben erwartet die Besucher eine hochmoderne multimediale Schau. Die Gäste können Displays bedienen, Exponate berühren und je nach Wunsch Interessantes zu den verschiedensten Themen hinsichtlich der Natur und des Biosphärenreservates erfahren. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD), der bei der Eröffnung zugegen war, sagte: „Bei der Ausstellung geht es um die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur und damit auch um die Aufgaben und Herausforderungen des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe.“

Der Name der Ausstellung („Im Grunde“) ist laut Biosphärenreservat auch deshalb gewählt worden, weil sie „tiefgründig“ das menschliche Handeln mit seinen nachhaltigen Auswirkungen auf unser Lebensfundament darstellt und Denkanstöße gibt.

Interessant auch, dass es in vielen Bereichen der Schau nicht nur um unsere Region geht, sondern allgemeine Zusammenhänge hergestellt werden. So wird in Bezug auf das Thema „Sand“ zum Beispiel auch auf dessen Bedeutung als Rohstoff bzw. für den Urlaub eingegangen.

Ausdrücklich lädt die Ausstellung Kinder ein. Für sie gibt es zum Beispiel ein spektakuläres Schaukelgewölbe. Schutzhelme für die kleinen Besucher sind mit Lampen ausgerüstet, deren spezielles Licht Überraschungen sichtbar macht.

Ein besonderer Teil der Schau befasst sich mit den Fledermausarten, die in der Kasematte „Greif“ leben.

Verantwortlich für die Gestaltung der Ausstellung war die Agentur „impuls-design“ aus Erlangen. Deren Gesellschafter Matthias Kutsch betonte die besonderen Herausforderungen: „Es ist eine Kasematte, es ist kälter als draußen, feucht, Fenster sind nicht vorhanden und gerade Wände gibt es nicht. Die Besucher kommen durch einen engen Tunnel in die Ausstellung. Bei der Konzeption mussten zudem Flugrouten der in der Kasematte lebenden Fledermäuse beachtet werden.“

Das alles, so Kutsch, führe zu einer Klasse-Ausstrahlung und werde die Besucher emotional berühren. Zuvor hatte Matthias Kutsch symbolisch den Schlüssel für die Ausstellungsgewölbe an den Leiter des Biosphärenreservatsamtes, Klaus Jarmatz, übergeben.

Die Sanierungsarbeiten der Bastion „Greif“ dauerten einschließlich der Planungs- und Bauzeit nur knapp zwei Jahre. In die Sanierung und die Erweiterung des Informationszentrums mit der Ausstellung „Im Grunde“ wurden insgesamt 1,97 Millionen Euro investiert. Landrat Rolf Christiansen hob hervor, die neue Ausstellung werde dazu beitragen, dass viele Besucher auf die Festung bzw. nach Dömitz als Tor zur Metropolregion Hamburg kommen werden. „Die Kasematte wird dazu beitragen, die Verweildauer der Menschen hier zu verlängern“, so Christiansen.

Die Ausstellung ist ab 2. Mai täglich ab 9 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ab 10 Uhr geöffnet.

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