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Technik aus Jasnitz : Moderne Holzernte mit Harvester

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Im Revier Dadow des Forstamtes Grabow ist jetzt landeseigene Technik aus Jasnitz beim Kieferneinschlag im Einsatz

von
erstellt am 18.Aug.2017 | 12:00 Uhr

In Sekundenschnelle hat der Harvester die Kiefer abgesägt, entastet und auf Länge geschnitten. Die Effektivität der Holzvollerntemaschine ist äußerst hoch, deshalb kommt sie auch in der Forst zum Einsatz. „Wir schlagen rund 25  000 Festmeter in diesem Jahr. Damit erzielen wir einen Erlös von rund 1,1 Millionen Euro“, so Forstamtsleiter Dr. Holger Voß gestern im Gespräch mit der SVZ. Aktuell läuft der Holzeinschlag im Revier Dadow. „Dort werden in diesem Jahr rund 8  000 Festmeter Holz, vorrangig Kiefern, eingeschlagen“, ergänzt Revierförster Hans-Jürgen Schmidt. Er ist ein erfahrener Forstmann, schon seit 1980 dabei. „Damals habe ich Forstarbeiter gelernt. Mein Vater war selbst Revierförster, sein Revier in Dadow habe ich dann später übernommen. Das war 1992. Sozusagen als Revierförster in der zweiten Generation“, erzählt Hans-Jürgen Schmidt beim Rundgang über die Fläche, wo gerade eben Kiefern gefällt wurden.

Die Holzernte kann im Grunde ganzjährig erfolgen. Zu 95 Prozent sind es Kiefernbestände, in denen Holz geschlagen wird. „Und zu 85 Prozent läuft das über den maschinellen Einschlag mit Harvestern aus dem Forstamt Jasnitz. Vor Jahren noch haben das unsere Forstarbeiter manuell mit der Motorsäge gemacht“, so Dr. Voß. „Mit unseren eigenen Leuten übernehmen wir den Holzeinschlag auf Flächen, wo der Harvester nicht hinkommt, so beim Laubholz.“ Der manuelle Holzeinschlag mit der Motorkettensäge in Kiefernbeständen ist auch für die Lehrausbildung der künftigen Forstwirte wichtig.

„Wir haben mit den großen Holzverarbeitungsunternehmen Rahmenverträge, die die Abnahme des Holzes über das ganze Jahr regeln“, erklärt der Forstamtsleiter. Das geerntete Kiefernholz geht als Sägeholz nach Wismar, nach Heiligengrabe und Uelzen, wo es in der Möbelindustrie sowie in der Paletten- und Spanplattenfertigung Verwendung findet.

Aber nicht nur der Holzeinschlag ist eine bedeutende forstwirtschaftliche Aufgabe, auch die Pflege der Bestände bis zur endgültigen Nutzung als Industrieholz steht auf dem Maßnahmenprogramm des Forstamtes Grabow ganz oben. „Wir schlagen im Rahmen der Nachhaltigkeit. Grundlage ist dabei das Forsteinrichtungswerk. Jeder Waldbesitzer ab 100 Hektar handelt nach einem Konzept, mittelfristig auf zehn Jahre berechnet und Planungsgrundlage für den Holzeinschlag“, erläutert Dr. Holger Voß.

Währenddessen macht der Pickup der Forstverwaltung an einer anderen Waldfläche Halt. Ein Traktor des Forstamtes, gesteuert von Forstwirt Ralf Möhrer, schiebt die Kronen der hier auf rund 2 Hektar gefällten 130 Jahre alten Kiefern zusammen, ebenso das Reisig. „Das bleibt hier liegen und soll auf natürlichem Wege verrotten, in einigen Jahren ist davon nichts mehr zu sehen“, so der Forstamtsleiter. „Zugleich dient das auch als Biotop für Kleinstlebewesen.“ Auf dieser Fläche sind noch einzelne Kiefern stehen geblieben, ihre Samen sollen auf den Boden fallen und für eine natürliche Verjüngung der Bestände sorgen. „Das ist gegenüber der künstlichen Verjüngung, wo unsere Leute mit dem Pflanzspaten die Sämlinge in die Erde bringen, auch eine Kostenfrage“, war von Dr. Voß zu hören. „Pro Hektar sparen wir mit der Naturverjüngung bis zu 2  500 Euro ein.“

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