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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 12:21 Uhr

Malliss : Mit „Tutty“ bis nach Grönland

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Eddy Steinfatt machte das Bauchreden zum Beruf / Nach der Wende engagierten ihn Reedereien auf Kreuzfahrtschiffen

von
erstellt am 25.Jul.2015 | 07:00 Uhr

Kann man Götterspeise essen und dabei pfeifen? Kann man sich auf dem Behandlungsstuhl des Zahnarztes bei weit aufgerissenem Mund mit dem Zahnarzt unterhalten? Eddy Steinfatt kann. Und wer es nicht glaubt, geht einfach ins Internet auf „YouTube“. Dort sieht man den Mallisser in einer Folge von „Außenseiter Spitzenreiter“. Das Publikum lacht und klatscht während Eddy - damals gerade 13 Jahre alt - die gelbglibberige Götterspeise löffelt und dabei pfeift. Mit dem Kehlkopf. Eddy Steinfatt aus Malliß wurde damals als der jüngste Kunstpfeifer in der DDR gefeiert, bevor er später Bauchredner wurde. Berufsbauchredner der Klasse A. Eine Jury der Konzert- und Gastspieldirektion hatte ihn in den Achtzigern dazu befördert. „Das stand sogar im Ausweis“, erzählt er.

Gelernt hatte Eddy Steinfatt Tischler beim Vater in Malliß. Gearbeitet hat er in dem Beruf nie. Stattdessen tourte er in einem festen Künstler-Ensemble durchs Land, spielte in FDGB-Heimen in Dresden, Magdeburg und Berlin. Nach der Wende engagiert ihn erst eine kleine Reederei aus der Schweiz. Später reist er mit größeren Schiffen durch die ganze Welt. Grönland, Australien, Südafrika, Hawaii, Bora Bora, Neuseeland, Mexiko.... Zuletzt war er im März auf dem Schiff – an seiner Seite der Fernsehmoderator Hans Meiser.

Diesen Sommer verbringt der 52-Jährige wieder viel im Auto, fährt quer durch Mecklenburg zu privaten Geburtstagsfeiern, Dorf- und Kinderfesten. Eddy mag die kleinen Auftritte mehr als die großen Galas. „Das Feedback ist direkter und die Menschen dankbarer.“ SVZ-Redakteurin Katharina Hennes traf den Künstler zum 20-Fragen-Interview an einem ganz normalen Arbeitstag. Zum Frühstück, bevor er sich mit Frosch „Quaki“, Matrose „Karlchen“ und Onkel „Willi“ auf den Weg zum Kita-Abschlussfest nach Bad Doberan machte.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Zuhause natürlich. Oder im Wald auf dem Fahrrad. Ich sitze sonst viel im Auto. Da ist das ein schöner Ausgleich.

Was würden Sie als Bürgermeister von Malliß sofort verändern?
Eine Umgehungsstraße bauen. Mir ist das hier viel zu laut. Es war schon mal idyllischer - als hier vor der Wende kaum jemand lang fuhr.

Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Unterwegs. Auf Tour. Irgendwo im Land. Auf Geburtstagen, in Reha-Kliniken, auf Dorffesten...

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Tischlern in der Lehre.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Technikkram. Mikrofone, Lautsprecher... eben alles, was man so braucht für die Bühne. Ich habe schon während der Lehre viel Show gemacht. Beim Karneval in Dömitz zum Beispiel.

Was stört Sie an anderen?
Wenn jemand nicht pünktlich und zuverlässig ist. Ich bin selbst auch gern pünktlich. Zwei, drei Veranstaltungen am Tag sollen ja nicht in Stress ausarten. Da fahre ich lieber immer vorher los und trinke noch einen Kaffee irgendwo an der Tankstelle.

Welches Buch lesen Sie gerade?
„Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ von Joseph Murphy. Das ist sowas wie ein Vitaminbuch für mich. Damit ich mir als Selbstständiger immer wieder in den Hintern trete. Das Buch habe ich schon öfter gelesen. Es bringt einen auf Ideen und lässt einen positiver denken.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Oh, ich gucke so wenig Fernsehen. Das Traumschiff sehe ich gern. Wegen der schönen Landschaften und weil es mich an meine Zeit auf den Kreuzfahrtschiffen erinnert.

Was bedeutet für Sie Glück?
Gesundheit und dass alles nach Plan läuft.

Was würden Sie gern können?
Ich würde gern handwerklicher sein. Aber dafür fehlt mir irgendwie das richtige Händchen. .

Können Sie sich mit einem Wort beschreiben?
Verrückt. Ein bisschen jedenfalls. Als Künstler muss man das auch sein.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten....
Gesundheit. Im Winter immer im Warmen sein. Und: Eine eigene Familie. Dazu müsste ich aber erstmal die richtige Frau kennen lernen. Das wäre dann der vierte Wunsch.

Worauf könnten Sie nicht verzichten?
Auf die Abwechslung. Ich bin nicht gern lange an einem Fleck.

Verraten Sie uns etwas, was kaum einer von Ihnen weiß?
Wenn ich Zeit habe, spiele ich ab und zu Orgel auf den Gottesdiensten am Sonntag in Conow.

Wen würden Sie gerne mal treffen?
Helene Fischer. Und Thomas Gottschalk. Das ist ein toller Typ.

Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch?
Selbstgekocht hin oder her. Ich esse gern Eier. Spiegeleier, Rühreier, gekochte Eier.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Ein selbst gestricktes Schaf von Mama „Massai“. Sie war Afrika-Referentin auf einem Kreuzfahrtschiff und hat mir nach einer meiner Shows dieses Schaf geschenkt.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Den Traum von der eigenen Familie.

Mit welchem Lied verbinden Sie schöne Erinnerungen?
„Jugendliebe“ von Ute Freudenberg. Das lief früher oft auf der Disko in Grebs. Und „Ruf Teddybär 1.4“ von Jonny Hill. Dieses Lied rührt mich jedes Mal zu Tränen.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Klaus Reiners alias Bauer Hellwig. Ein Komödiant aus Schwerin, der in Eldena einen Wohnwagen stehen hat.

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