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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 08:36 Uhr

Malliss : Mit Störtebekers Bootsmann geübt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schauspieler Thomas Linke gestaltet Workshop zum „Darstellenden Spiel“ mit Mallisser Zweitklässlern

von
erstellt am 14.Mär.2017 | 07:00 Uhr

Im Sommer wird Thomas Linke wieder an der Seite von Klaus Störtebeker kämpfen. In Ralswiek auf Rügen mimt er den Bootsmann des legendären Seeräubers. Seine jüngste Mission verschlug ihn jetzt nicht auf die Insel, sondern in die Elbregion. Der Schauspieler übte mit Grundschülern das darstellende Spiel – und alles, was dazugehört.

In kleinen Gruppen stehen und sitzen die Zweitklässler der Grundschule Malliß beisammen – die einen als Vögel, die anderen als Erzähler, quakender Frosch oder um das Hintergrund-Gezwitscher zu machen. Gemeinsam sagen sie das Gedicht „Fink und Frosch“ von Wilhelm Busch auf und stellen es szenisch dar.  Mittendrin steht Thomas Linke, gestikuliert, souffliert, spricht und pfeift leise mit. „Alle zusammen, kommt her, kommt her“, flüstert er und dirigiert alle Mädchen und Jungen mit ausladenden Armbewegungen in die Mitte des Raumes. „Wenn einer, der mit Mühe kaum, geklettert ist auf einen Baum, schon meint, dass er ein Vogel wär’, so irrt sich der“, hallt es aus 21 Kinderkehlen.

Es ist der dritte von drei Projekttagen mit dem Schauspieler, die Eltern auf die Beine gestellt hatten. „Zu Beginn des Schuljahres hatte ich in der Zeitung gelesen, dass das Land ,Darstellendes Spiel’ wieder als reguläres Unterrichtsfach eingeführt hat“, erzählt Anja Schröter, Mutter aus Niendorf an der Rögnitz und Mitglied des CDU-Gemeindeverbandes Dömitz/ Malliß. „Und da ich Thomas Linke privat kenne, habe ich diesen Workshop vorgeschlagen.“  Wie die Allianz-Vertretung Richert aus Grabow auch unterstützte sie das Projekt finanziell. Auch von den Eltern kam Geld. „Ich finde den Workshop wichtig, damit sich die Schüler der Klasse besser kennenlernen und ein respektvolles Miteinander erlernen“, so Anja Schröter.

Bevor sich Thomas Linke mit den Schülern an die szenische Darstellung von „Fink und Frosch“ machte, übte er mit ihnen Grundlagen. „Es ging um ein besseres Bewusstsein für ihren Körper und ihre Stimme, um richtiges Atmen und den Umgang mit Lampenfieber“, erklärt der 51-jährige Schauspieler. Beim Improvisieren zu frei gewählten Themen habe sich gezeigt, was die Kinder umtreibt. „Es ging um Konflikte in der Gruppe – und um Tiere.“

Die Kinder waren begeistert. „Mir hat es viel Spaß gemacht“, sagt Anna-Lena. „Ich würde so etwas gern noch einmal machen.“ Isabella ergänzt: „Ich finde, wir sind ein bisschen mehr ein Team geworden.“ Und Klassenlehrerin Yvonne Engelmann stellt fest: „Die Kinder haben gelernt, dass Gedichte einen tieferen Sinn haben und dass man sie nicht nur mit der Stimme vortragen, sondern unter Einsatz des ganzen Körpers darstellen kann.“ Gerade an dieser Stelle hatte auch Thomas Linke Fortschritte bei den Mallisser Zweitklässlern ausgemacht. „Zu Anfang wart ihr noch relativ verschämt und ungenau, wenn ihr eine Szene dargestellt habt“, sagt er bei der Auswertung zu den Kindern. „Aber zum Schluss haben das einige von euch schon sehr, sehr genau gemacht.“

Das Gedicht von Fink und Frosch soll jetzt nicht gleich in der Schublade verschwinden. Die Zweitklässler wollen es ihren Schulkameraden aus den anderen Klassenstufen vorspielen. Und wenn es nach Anja Schröter ginge, könnten die im kommenden Jahr dann selbst unter die Schauspieler gehen. „Schön wäre es, wenn im nächsten Jahr alle Klassenstufen einen solchen Workshop machen könnten.“

Für Theater an der Schule kann sich auch Thomas Linke, der zum Ensemble des Berliner Kriminaltheaters gehört, begeistern. „Ich finde es sinnvoll, dass ,Darstellendes Spiel’ reguläres Unterrichtsfach ist“, sagt er. „Schade, dass oft das Personal dafür fehlt.“ Er selbst wird demnächst wieder auf Rügen in Aktion treten. Am 14. Mai beginnen dort die Proben für die diesjährigen Störtebeker-Festspiele.

 

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