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Ludwigsluster Tageblatt

23. Oktober 2017 | 12:00 Uhr

Ludwigslust : Mit Oudry fürs Schloss werben

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Sammler kauften im Ludwigsluster Schloss neue Sonderbriefmarke mit „Pfefferfresser“-Gemälde des französischen Hofmalers

svz.de von
erstellt am 08.Jan.2017 | 20:15 Uhr

Alfred Friedrich war gestern Vormittag der Erste, der in der Sonderpostfiliale im Ludwigsluster Schloss die neue Sonderbriefmarke in seinen Händen hielt. „Ich habe mich extra auf den Weg gemacht, weil ich die Briefmarke mit dem heutigen Sonderstempel haben wollte“, erzählt der 69-jährige Karstädter, der seit gut 30 Jahren Briefmarken sammelt. Lieber sei ihm zwar der Ortsstempel, „aber den hatte ich mir gleich am 2. Januar bei der Post geholt“. An diesem Tag war die Sonderbriefmarke „Jean-Baptiste Oudry – Pfefferfresser, Jungfern- und Haubenkranich“ mit dem Gemälde des französischen Hofmalers, das im Original im Schloss Ludwigslust hängt, erstmals ausgegeben worden.

„Wir freuen uns sehr, dass in so kurzer Zeit zum zweiten Mal eine Sonderbriefmarke zu Ludwigslust ausgegeben wurde“, sagte Dr. Dirk Blübaum, Direktor des Staatlichen Museums Schwerin/Ludwigslust/Güstrow, gestern bei Öffnung der Sonderpostfiliale. 2015 war das Schloss Ludwigslust selbst das Motiv gewesen, jetzt ein relevantes Werk eines der wichtigsten Künstler. „Es ist immer gut, mit einem solchen Werk weltweit für das Haus werben zu können“, so Blübaum. Der „Pfefferfresser“ gehört zur „gemalten Menagerie“, die Oudry für Ludwig XV. schuf und die Herzog Christian Ludwig II. von Mecklenburg-Schwerin zwischen 1750 und 1755 erwarb. Mit 34 Gemälden und 43 Handzeichnungen besitzt das Staatliche Museum die größte zusammenhängende Sammlung von Werken Oudrys außerhalb von Frankreich. „Der Herzog kannte Oudry persönlich und hatte auch in dessen Atelier gearbeitet“, so Blübaum.

Die Sonderbriefmarke ist zusammen mit der Sonderbriefmarke „Jan Vermeer van Delft – Mädchen mit dem Weinglas“ in der Reihe „Schätze aus deutschen Museen“ herausgegeben worden. „Diese Serie gibt es seit rund zehn Jahren“, erklärte Dieter Stephan vom Team „Erlebnis: Briefmarken“ der Deutschen Post. „Zu ihr gehören unter anderem die ,Sixtinische Madonna’ und die ,Fregatte aus Elfenbein’.“

Die 70-Cent-Sondermarke mit Oudrys Gemälde wird millionenfach Werbung für das Schloss Ludwigslust machen können. Sie erscheint in der nass klebenden Ausführung in einer Auflage von fünf Millionen Stück. In der selbst klebenden Variante wird es nach Aussage von Dieter Stephan eine dreistellige Millionenzahl sein. „Wir sind dankbar, dass die Deutsche Post auf diese interessante Weise erneut den Weg nach Ludwigslust gefunden hat“, sagte Bürgermeister Reinhard Mach. „Die Briefmarke ist ein schönes Marketing für die Region.“

Günter Theile ließ gestern gleich 25 Briefe mit Sonderbriefmarke und Sonderstempel an Adressaten in ganz Deutschland schicken. „Es ist die Einladung zu unserer Mitgliederversammlung Ende April“, erklärte der Wittenfördener den Stapel Briefe, den Dirk Blübaum persönlich abgestempelt hatte. Theile ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Postgeschichte und Philatelie in Mecklenburg. Eberhard Rödel war aus Schwerin ins Schloss gekommen. Beim Anblick der Sonderbriefmarke stellte er fest: „Briefmarken führen zur Kunst und zur Bildung.“

 

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