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Präventionsveranstaltung in Ludwigslust : Mit List gegen Netzkriminalität

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Sie betrügen, und sie sitzen offenbar im Ausland, wo sie schwerer zu greifen sind. Internet-Kriminelle schlagen aktuell über eine Mail mit dem Absender "mastercard" zu. Vorsicht bei solch dubiosen Mails!

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erstellt am 18.Sep.2013 | 05:48 Uhr

Ludwigslust | Sie hören nicht mit dem Betrügen auf, und sie sitzen offenbar im Ausland, wo sie schwerer zu greifen sind. Internet-Kriminelle schlagen aktuell wieder zu. Über eine Mail mit dem Absender "mastercard" und der Betreffzeile, die auch unsere Redaktion erreichte: Ihre Kreditkarte wird ausgesetzt. In hol prigstem Deutsch heißt es dort: "Unser Sicherheitssystem hat einen Fehler im Kreditkarte. Um unser dienstleistungen noch sicherer zu machen und miss- bräuchliche Verwendungen zu vermeiden, ist eine Aktualisierung Ihres karte Informationen notwendig." Der Empfänger soll einen Anhang öffnen, der ihn allerdings auf eine Betrügerseite lockt. Kreditkartenfirmen und Banken fordern ihre Kunden niemals zu solch einer Handlung auf. Vorsicht bei solch dubiosen Mails!

Internetkriminelle werden immer dreister und gerissener

Über diese und weitere Erscheinungsformen der Internetkriminalität informierten gestern Experten vom Polizeipräsidium Rostock, vom Kriminalkommissariat Ludwigslust, KK-Außenstelle Parchim, von der Verbraucherzentrale MV in Rostock und von der Computerspielschule Greifswald bei einer Präventionsveranstaltung in der Ludwigsluster Stadthalle.

Unter dem Motto "Cybercrime: Retiarius - Sei stärker als das Netz!" gab es in verschiedenen Fachvorträgen Informationen zum Verhalten im Internet, zum sicheren Surfen, zum Schutz der eigenen Persönlichkeit, der Familie und Kinder und zu richtigen Verhaltensregeln für den Fall, dass man selbst Opfer eines Betruges wird. Den Namen Retiarius wählten die Veranstalter als Überschrift - dabei handelt es sich um einen Netzkämpfer, einen römischen Gladiator, der nur mit Dreizack und Netz kämpfte. Die Polizei und die mit ihnen im Kampf gegen die Computer- und Internetkriminellen verbündeten Partner verstehen sich also als Netzkämpfer und wollen all jenen, die täglich im Netz unterwegs sind, Hilfestellung geben, sich vor dubiosen Machenschaften, vor Abzocke und Betrug zu schützen.

Trickbetrüger nutzen Internet und Telefon auf vielfältige und raffinierte Weise, wie es Kriminalhauptkommissar Dirk Mittelstädt von der KK-Außenstelle Parchim darlegte. "Es geht immer nur um ihr Bestes, die Betrüger wollen Geld verdienen und das nicht zu knapp. Dazu brauchen sie persönliche Daten, E-Mail-Adresse, Kreditkartendaten, PIN-Nummern. Mittlerweile geht das auch gar nicht mehr nur freiwillig, indem Sie irgendetwas ungewollt an Informationen preisgeben. Inzwischen sind die Internetkriminellen so raffiniert und gerissen, dass Sie das auch gar nicht mehr mitkriegen", wandte sich der Kriminalhauptkommissar an seine Zuhörer in der Stadthalle. Zu diesem Zeitpunkt am späten Vormittag hatten sich leider nur 16 Interessierte eingefunden.

Die Computerkriminalität ist sehr vielschichtig und wird auch weiter wachsen. Es ist nicht nur allein die Online-Abzocke oder die unerwünschte E-Mail-Flut. Es ging im Vortrag von Dirk Mittelstädt auch um die missbräuchliche Nutzung von Kreditkarten, das illegale Eindringen in fremde Rechner, um das Ausspähen von Daten sowie die unerlaubte Nutzung geistigen Eigentums.

Seit ist seit Längerem zu beobachten, dass bei der Polizei des Landkreises Ludwigslust-Parchim vermehrt gleich zwei Betrugsmaschen aus dem Internet zur Anzeige gebracht werden. Bundesweit haben bisher unbekannte Täter eine Vielzahl von E-Mails versandt, in der fälschlich behauptet wird, dass der Empfänger eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft auf der Seite eines Städte-Onlineportals abgeschlossen hat. Die Rechnung in Höhe von 326 Euro soll in Kürze vom Konto abgebucht werden. Als Anhang wird in der E-Mail eine ZIP-Datei mit der angeblichen Rechnung übersandt. Diese Datei enthält ein Schadprogramm mit einem Trojaner, welcher beim Neustart des Computers den Bildschirm sperrt und den Nutzer auffordert einen Betrag von 100 Euro per u-cash zu überweisen. Von der Öffnung der Datei oder der Überweisung per u-cash wird dringend abgeraten. Zur Entfernung des Trojaners sollten sich Betroffene an eine Fachwerkstatt wenden. Der Betreiber der Website hat bereits Anzeige gegen die Täter erstattet.

Im Raum Boizenburg gaukelt eine meist über das Internet auf den PC des Nutzers gelangte Schadsoftware vor, dass durch Behörden oder Institutionen (beispielsweise Bundeskriminalamt, die Gema, die GVU oder eine amtlich klingende Pseudogesellschaft) der Computer gesperrt worden sei. Begründet wird diese Sperrung des Computers dann mit angeblichen Verstößen gegen das Urheberrecht und/oder sonstigen Straftaten im Internet. Eine "Entsperrung" des Computers erfordert eine Zahlung des Nutzers mittels verschiedener angebotener unbarer Zahlungsmethoden. Die geforderten Beträge bewegen sich zwischen 50 und 200 Euro als "Ersatzstrafe". Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche! Möglicherweise gibt es bereits Opfer, die den Schwindel noch nicht bemerkt oder zur Anzeige gebracht haben. In solchen Fällen bitte sofort Kontakt mit der Polizei aufnehmen.

Ein 32-Jähriger aus Parchim wurde des gewerbsmäßigen Betruges überführt und durch die Kriminalpolizei vorläufig festgenommen. Das zuständige Amtsgericht hat auf Antrag der Schweriner Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen. Dem Mann werden mehr als 20 Betrugsstraftaten unter Nutzung des Internets zur Last gelegt, die er in den letzten Monaten begangen haben soll.

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