Loosen : Mit Handarbeit zu schönen Unikaten

Diese beiden Besucherinnen waren schlichtweg begeistert von der handwerklichen Kunst im Bader-Atelier. Fotos: Harald Schulz
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Diese beiden Besucherinnen waren schlichtweg begeistert von der handwerklichen Kunst im Bader-Atelier. Fotos: Harald Schulz

Zwei Tage Ausstellung in der Keramikwerkstatt Bader in Loosen / Töpfermarkt Friedrichsmoor als zweites Standbein des Ehepaares

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01. August 2016, 15:57 Uhr

Dieses „Sommer-Pott-Fest 2016“ auf dem eigenen Werkstatthof in Loosen waren zwei Tage, die Christoph und Melanie Bader nutzten, um nicht nur auf ihre Keramikarbeiten öffentlich aufmerksam zu machen, sondern, um etwas auszuspannen. Das Ehepaar lebt und erlebt sich in der Fertigkeit, Ton im offenen Feuer zu hochwertiger Keramik zu brennen.

„Das hat nichts mit Laienkunst zutun, das ist Handarbeit, von der wir leben“, erklärte Christoph Bader zahlreichen Besuchern, die sich intensiv über die Fertigkeiten für einen Salz-und Rauchbrand interessierten. Allerdings wurde Sonnabend und Sonntag der Brennofen nicht befeuert.

Wer das „Sommer-Pott-Fest 2016“ besuchte, der konnte eine Ausstellung von Unikaten in schlichten Formen, jedoch mit nuancenreichen Dekoren genießen. „Wir schätzen klare Strukturen, verzichten auf Schnörkel. Das Schaffen klarer Muster und das Erreichen höchstmöglicher Veredelung treiben uns an“, erläutert Bader die eigene Produktion. Dabei spielt der spezielle Holzbrand die entscheidende Rolle. Christoph Bader drückt es so aus: „Alle Arbeit steuert immer wieder auf den Brand hin. Es ist wie das Ein- und Ausatmen.“

Dass Werkstatt und Atelier sich in Loosen befinden, ist optimal, meint der bei der Arbeit rastlose, stets mit etwas Unzufriedenheit belegte Bader. Für ihn ist das Formgeben des Tons auf der Töpferscheibe der angenehmste Teil der Arbeit. Alles was dann folgt, hat die Entwicklung eines Thrillers, beschreibt der Loosener die Produktion seines besonderen Grundmaterials.

Verkauft wird auf Keramikmärkten im gesamten Bundesgebiet. Mittlerweile hat sich der von Bader veranstaltete jährliche Töpfermarkt auf dem Areal des Jagdschlosses in Friedrichsmoor in der Branche einen Namen gemacht. Es ist so etwas wie ein zweites Standbein, freut es den Loosener. Wie arbeitsintensiv das Herstellen und Vermarkten von Keramikkunst ist, verdeutlicht auch der Umstand, dass der letzte Urlaub der Baders im Jahre 2009 für zehn Tage in Schweden stattgefunden hat. Seit dem Frühjahr 2002 arbeitet das Ehepaar auf dem Anwesen in Loosen am Dorfteich. Dort haben die Baders sich ein Atelier und eine Werkstatt eingerichtet. Mit zum Ganzen gehören Hühner, Enten, Hängebauchschweine und Pferde. Zentraler Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ist jedoch die Werkstatt.

Dorthin zog es Sonntag auch Birte und Ulrich Kühnel aus Hamburg. Sie trafen sich in Loosen mit ihren Freunden Heide und Peter Emmerling aus Neustadt-Glewe, um über Keramik einiges zu erfahren und schöne Dinge mitzunehmen. Deshalb waren auch Christine und Falk Steglich aus der Nähe von Bischofswerda mit ihrer Tochter Ute Eichel aus Strohkirchen gekommen. Es ließ sich beim „Sommer-Pott-Fest 2016“ gut aushalten, auch weil Gitarrist Gunther Maria Nagel aus Seddin launig unterhielt. Der in Namibia geborene Musiker hat ein autodidaktisches Studium von Kontrapunkt, Jazzharmonik, Bhajan-Gesang und ungeraden Rhythmen absolviert – sozusagen ein Unikat.



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