Ludwigslust : Mit fünf Töchtern auf der Bühne

Auf der Bühne und im Studio aktiv. Die „Miller Family“ arbeitet derzeit an ihrem ersten Album.
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Auf der Bühne und im Studio aktiv. Die „Miller Family“ arbeitet derzeit an ihrem ersten Album.

„Miller Family“ des gebürtigen Ludwigslusters Tom Miller musiziert auf dem Adventsmarkt.Im Sommer als Straßenmusiker auf Tour

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28. November 2017, 21:00 Uhr

Vor rund 30 Jahren hatte Tom Miller seine Heimatstadt Ludwigslust verlassen, um zum Studium zu gehen. Am Wochenende kehrt er – wieder einmal – in die Lindenstadt zurück. Mit seiner ganzen Familie. Beim Adventsmarkt wird er gemeinsam mit seinen fünf Töchtern im Alter zwischen zehn und 22 Jahren auf der Bühne stehen – als „Miller Family“. Der Bandname ist nicht die einzige Ähnlichkeit mit den berühmten Kellys.

Die „Miller Family“ ist noch ziemlich neu im Musikgeschäft und eher zufällig entstanden. „Wir haben auf dem Geburtstag von Freunden in Glaisin gespielt“, erzählt Tom Miller. „Die waren beeindruckt und meinten, dass wir unbedingt auf ihrem Rockfestival auftreten müssen.“ Ein halbes Jahr hatte die musikalische Familie bis zur Glaisiner Rocknacht Zeit, ein Repertoire einzuspielen. Das war 2016. Seither gab es viele weitere Auftritte – in Greifswald etwa, in Rostock, Parchim und Dresden. Und auf der Straße. Im August dieses Jahres führte ihre „Du bist das Wunder“-Straßenmusiktour die Familie, die in der Nähe von Greifswald lebt, von Rostock bis nach Weimar, von Lüneburg bis nach Trier.

Auf ihrer Tour übernachteten die acht Millers – auch der fünfjährige Sohn und die Mama waren dabei – nicht in Hotel oder Pension. Im blauen Tourbus wurde gefahren, gegessen und geschlafen. Und auch für die Instrumente von Geige über Gitarre bis hin zum Kontrabass war genug Platz.

Eine musizierende Familie, ein Bus, Straßenmusik – da denken viele gleich an die Kelly Family. „Der Vergleich drängt sich auf“, räumt Tom Miller ein. „Daran kommt man nicht vorbei, aber das stört uns auch nicht.“ Denn es gibt Unterschiede. „Im Bus machen wir nur Urlaub und fahren zu Konzerten“, erzählt der Familienvater. „Ansonsten leben wir in einem Haus.“ Auch die musikalische Ausrichtung sei eine andere. „Es geht so in Richtung Folk-Rock, aber so richtig festlegen wollen wir uns da nicht“, sagt der 48-Jährige. „Nur Punk ist es definitiv nicht.“ Zum Repertoire gehören besondere Arrangements bekannter Titel und eigene Songs, die bisher Tom Miller selbst schreibt. Über kurz oder lang hofft er dabei aber auf die Unterstützung seiner Töchter.

Wohin die Reise im Musikgeschäft gehen soll, ist offen. „So etwas lässt sich schwer planen“, sagt Tom Miller, der früher in Bands wie „Lousy Lovers“ (Greifswald) und „Canguru“ (Schwerin) gespielt hat und auch heute noch in anderen Formationen auftritt. „Fest steht erst einmal nur, dass wir weiter gemeinsam auftreten wollen, dass wir im Urlaub Straßenmusik machen und derzeit unser erstes Album produzieren. Alles andere wird man sehen.“ Ein eigenes Plattenlabel hat Tom Miller, von Hause aus Apotheker und als solcher in Vertretung tätig, bereits gegründet. Im Sommer war die erste Maxi-Single der „Miller Family“ herausgekommen.

Am Wochenende geben Maria, Jorinde, Maya, Leoni und Bella mit Papa Tom erst in der Dorfkirche Silmersdorf (Prignitz) ein Konzert, ehe sie am Tag darauf, am Sonntag, in Ludwigslust sind. Bisher sei man nicht auf Weihnachtsmärkten aufgetreten, so Tom Miller. „Aber es ist mal eine neue Erfahrung.“ Vielleicht hat Ludwigslust da einen kleinen Bonus. Schließlich wohnen hier noch seine Mutter und viele Freunde. Neben eigenen Titeln und Coverversionen sollen auch zwei, drei Weihnachtslieder zu hören sein, die die Familie in ihrer eigenen Stilistik arrangiert hat.

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