Mit Fackeln ein Zeichen gesetzt

In 41 Städten entzündeten Menschen am Sonnabend ihre Lichter. Auch in Dömitz wurde mit der Aktion "Fackeln für die Elbe" für den Schutz des Flusses demonstriert. Der Protest richtete sich dort vor allem gegen den geplanten Ausbau der "Reststrecke" zwischen dem Elbestädtchen und Hitzacker.

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01. Dezember 2008, 02:33 Uhr

Dömitz | Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte gemeinsam mit anderen Organisationen und Vereinen zu der Aktion aufgerufen. Ziel sei es, so Corinna Cwielag, BUND-Landesgeschäftsführerin in MV, die Baumaßnahmen an der Elbe zu stoppen. "Der Ausbau ist absurd. Fakt ist, dass die ganze Zeit an der Elbe geschottert wird, und das verursacht große Schäden. Der Fluss wird eingeengt, was aber keinen Effekt für die Verbesserung der Schifffahrt hat, da der Elbe das Wasser fehlt."

Ein ständiger Kampf gegen Bau- und VerkehrsprojekteLaut Information des BUND tendiere die Elbe bereits seit vielen Jahren zu längeren Niedrigwasserzeiten. Die Auswirkungen der Steinschüttungen an den Elbufern und der damit einhergehenden Einengung des Flusses, würden sich negativ bemerkbar machen, sagte Cwielag weiter. "Die Flussufer verlieren ihre natürliche Funktion, die Laichbiotope für die Fische gehen verloren, den Auenwäldern wird das Wasser abgegraben und die Hochwassergefahr erhöht sich. Je breiter ein Fluss ist, desto sicherer ist er."

In diesem Zusammenhang verwies Eckhard Seebaß von der BUND-Ortsgruppe Lüchow-Dannenberg auf die Rückverlegung des Deiches am "Bösen Ort" bei Lenzen - die Einweihung des Abschnittes erfolgte dieser Tage. Paradox sei, dass dem Fluss dort mehr Raum gegeben, er aber an anderer Stelle eingeengt werde. "Beim Hochwasser gab es viele Rufe, auch seitens der Politiker, dass die Flüsse mehr Raum brauchen. Als das Wasser wieder runter gegangen war, sprach keiner mehr davon."

Es ist ein ständiger Kampf gegen verschiedene Bau- und Verkehrsprojekte entlang des Flusses. Durch Aktionen, wie "Fackeln für die Elbe", verdeutlichen die Menschen ihre Meinung, und die Botschaft kommt auch an. Ingo Mattner von der BUND-Ortsgruppe Lübtheen sagte: "Seit der ersten Aktion im Januar hat sich einiges bewegt. Beispielsweise kam es in Dessau für kurze Zeit zu einem Baustopp. Das Thema Elbausbau ist in das Bewusstsein der Menschen getreten."

Entscheidungsträgern soll ein Licht aufgehenSo engagierten sich am Sonnabend auch Peter und Brigitte Buß aus Neustadt-Glewe. "Wir sind oft an der Elbe, die Landschaft ist einmalig. Wir wollen heute einfach dabei sein, weil wir gegen die Elbvertiefung sind. Ich finde, das macht keinen Sinn", so Peter Buß. Ähnlich schätzt auch Thomas Schimmelpfennig aus Benz die Situation ein: "Wir leben hier und wollen, dass die Elbe so bleibt wie sie ist, denn wir glauben, dass wir nur ein Teil der Natur sind. Deshalb sollte man nicht so stark eingreifen, wenn es nicht sinnvoll ist."

Rund 70 Personen kamen nach Dömitz, um mit den brennenden Fackeln gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Wie die Organisatoren feststellen mussten, waren dem Aufruf bedeutend weniger Demonstranten gefolgt als noch im Januar. Dennoch soll es zukünftig weitere Fackelketten an der Elbe geben, denn "wir wollen, dass Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, wie auch allen anderen Entscheidungsträgern, ein Licht aufgeht", so Cwielag.

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