Karstädt : Mit einem „Steppke“ angereist

Die „Victoria Typ 115“ hat das Interesse geweckt: Thomas Wilhelmi (l.) und Wolfgang Hilbert beim Oldtimertreffen
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Die „Victoria Typ 115“ hat das Interesse geweckt: Thomas Wilhelmi (l.) und Wolfgang Hilbert beim Oldtimertreffen

Oldtimertreffen und Teilemarkt lockten Hunderte Besucher nach Karstädt SR-Oldieclub organisierte bereits die 20. Auflage

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09. Juli 2019, 05:00 Uhr

Die knapp 30 Kilometer von Lenzen bis nach Karstädt hat Wilfried Schmelzer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Eine Distanz, die für den 80-Jährigen kein Problem ist. Er hatte Unterstützung von einem „Steppke“. „Das ist ein Fahrrad-Hilfsmotor aus DDR-Zeit und stammt von 1954“, erklärt Wilfried Schmelzer und zeigt auf sein Fahrrad. Der Lenzener ist das älteste Mitglied des SR-Oldieclubs Karstädt und durfte bei der 20. Auflage des Oldtimertreffens nicht fehlen. „Heute sind wohl 250 bis 300 Fahrzeuge hier“, erklärt Hauptorganisator Hans-Joachim Roddeck.

Wolfgang Hilbert aus Neustadt-Glewe und Thomas „Willi“ Wilhelmi aus Berlin sind an einer himmelblauen „Victoria 115“ von 1961 stehen geblieben. „Die hat die typische Form der 1960er-Jahre und passt eigentlich nur in diese Zeit“, sagt Wolfgang Hilbert. „Dagegen gibt es andere Modelle, die zeitlos sind.“ Auch den beiden Freunden hat es die alte Technik angetan. Der Neustädter ist mit einer Harley Davidson in Armeegrün gekommen, „einer Kriegs-Harley“, wie er sagt. Sie stammt von 1942. Thomas Wilhelmi fährt eine olivgrüne BMW R 69 mit Seitenwagen, an der er allerdings so ziemlich alles verändert hat. „Die Motorräder sehen schick aus, und das Basteln macht Spaß“, erklärt Wolfgang Hilbert, was den Reiz dieses speziellen Hobbys ausmacht. „Und wenn man ein kniffliges Problem hat und es irgendwann hinbekommt, dann gibt einem das einen Kick.“ Er findet es einfach spannend, wie die alte Technik funktioniert, und nennt als Beispiel das Stroboskop. „Mit diesem Gerät kann man die Zündung einstellen“, erklärt der Neustädter. „Allerdings beherrscht das heute kaum noch jemand, weil alles mit dem Computer gemacht wird.“ Um über das Stroboskop und anderes mehr zu philosophieren, gab es beim Oldtimertreffen und auf dem dazugehörigen Teilemarkt viele Gelegenheiten.

Die meisten Vereinsmitglieder und viele Besucher waren selbst mit Oldtimern auf zwei oder vier Rädern nach Karstädt gekommen. Von Wanderer über Awo und MZ bis hin zur Schwalbe reichte die Bandbreite der präsentierten Fahrzeuge. „Uns geht es um den Erhalt eines Kulturguts“, sagt Florian Böthling vom SR-Oldieclub, der eine Touren-Awo mit Seitenwagen von 1954 mitgebracht hat. „Man trifft sich, weil so ein Hobby verbindet.“ Dieter Ziggel, angereist auf einer Miele von 1951, ergänzt: „Fachgespräche sind hier das A und O.“

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