Ludwigslust : Mit eigener Filmidee überzeugt

Pia Steinhauer absolvierte beim Mehrgenerationenhaus Zebef ihr Freiwilliges Soziales Jahr und wird ab September in Hamburg Sozialökonomie studieren.
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Pia Steinhauer absolvierte beim Mehrgenerationenhaus Zebef ihr Freiwilliges Soziales Jahr und wird ab September in Hamburg Sozialökonomie studieren.

Pia Steinhauer war als FSJlerin im Zebef an Projekt im Wettbewerb „Klappe gegen Rechts“ beteiligt. Premiere ist am 14. September im Capitol

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30. August 2016, 07:00 Uhr

Das Bewerbungsgespräch mit dem Geschäftsführer des Zebef fand am Telefon statt und am Ende hatte die junge Frau die Stelle. „Na ja, ich wohne in Braunfels bei Frankfurt am Main und da hätte ich schon sechs Stunden Bahnfahrt gehabt, um mich persönlich zu bewerben“, schmunzelte Pia Steinhauer, die dann sehr froh war, ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Mehrgenerationenhaus in Ludwigslust absolvieren zu können. „Meine Großeltern hatten hier oben Urlaub gemacht und ein Ehepaar kennengelernt. Als die beiden erfuhren, dass ich ein FSJ machen wollte, sagten sie, ich solle es doch mal im Zebef versuchen. Und es klappte“, so die 20-Jährige, die dann in der Schlossstraße in Schwerin eine WG fand und täglich zwischen Schwerin und Ludwigslust pendelte.

Zum 31. August endet nun diese spannende und aufregende Zeit für die junge Frau. „Es war für mich ein Jahr voller Abwechslung und Herausforderungen. Ich war an unterschiedlichen Projekten mit beteiligt, so zweimal beim Familien-FuN-Projekt, beim Zwergensport, wo ich Kinder unterschiedlicher Gruppen von 2 bis 6 Jahren zusammen mit Ergotherapeuten in der Turnhalle der Fritz-Reuter-Grundschule betreut habe. Da war ein Parcours aufgebaut, um die motorischen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln.“ Pia hat auch die offenen Bereiche der Jugendarbeit kennengelernt, engagierte sich im Jugendclub, in der Kinder- und Jugendwerkstatt des Zebef, nahm an verschiedenen Projekttagen teil. Betreute das Indianercamp und war beim Naturcamp in Alt Jabel dabei, machte auch ihren Abschluss als Jugendleiter mit der Juleica - der Jugendleitercard.

Gern erinnert sich Pia auch an das Theaterprojekt mit Klassen aus der Förderschule in Ludwigslust, das ein Mitarbeiter des Zebef leitete und das die junge Frau mit begleiten durfte. „Die eine Klasse nannte ihr Stück ,Das Wichtigmännchen’, das sich mit dem Thema Schimpfwörter beschäftigte, und mit all den negativen Begleiterscheinungen, die das mit sich bringt. Und die Moral der Geschichte ist, dass sich die Leute dann von einem abwenden, wenn man nur mit Schimpfwörtern um sich wirft.“ Die Masken haben die Jugendlichen selbst angefertigt, ebenso das Bühnenbild gestaltet und Kostüme gefertigt. „Und das andere Stück hieß ,Zauberwald“, es handelte von Dinosauriern und war als Schattenspiel angelegt. Die Mitarbeit an beiden Projekten hat mir viel Spaß gemacht.“

Aber besonders stolz ist sie auf ihr eigenes Projekt im Rahmen des Filmideenwettbewerbs „Klappe gegen Rassismus“. „Ich habe mich mit einer eigenen Filmidee beworben und kam dann unter die Gewinner“, zeigte sich Pia selbst überrascht. „Wir haben ein Musikvideo gedreht, unterlegt mit dem Titel ,Zu Hause’ von Adel Tavil. Es handelt von einem Kind, das an einer neuen Schule den ersten Schultag erlebt. Wo das Kind erst in einem Albtraum versinkt, dann ein allmähliches Erwachen einsetzt und es zuletzt neue Freunde findet“, so Pia, die professionelle Hilfe von Johannes Wißmann erhielt. Der Filmprofi besorgte Equipment und regelte die Finanzen. Unterstützung erhielt Pia auch von Wolfgang Genz, einem Freund, den sie über FSJ kennengelernt hatte. „Gedreht haben wir das Musikvideo mit Schülern aus dem Goethe-Gymnasium Ludwigslust. Mit dabei war die Gruppe ,Die Steine’ unter Leitung von Schulsozialarbeiterin Ramona Stein und die Klasse 8.4.“ Fünf Drehtage gab es - am Ende stand ein Drei-Minuten-Beitrag. „Es wurde viel in der Ego-Perspektive gedreht, immer mit mehreren Leuten die gleiche Szene. Es war anstrengend, hat aber allen viel Spaß gemacht.“

Der Beitrag unter dem Titel „Augenblicke“ wird am 14. September im Schweriner Kino „Capitol“ zu sehen sein. Darauf freut sich Pia schon und auf ihr Studium der Sozialökonomie, das sie am 1. September in Hamburg beginnen wird.

Gegenwärtig ist sie noch im Umzugsstress, aber sie freut sich schon auf die neue Herausforderung. Sechs Semester bis zum Bachelor - und danach würde sie beruflich gern in Richtung Unternehmensberatung gehen.

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