Ludwigslust : Mit Drehorgeln zum „Kaisersaal“

Begleitete durch den Park und sorgte für gute Laune: das Mecklenburger Drehorgelorchester. Über 100 Spaziergänger waren mit Sicherheit dabei.
Begleitete durch den Park und sorgte für gute Laune: das Mecklenburger Drehorgelorchester. Über 100 Spaziergänger waren mit Sicherheit dabei.

Gut besuchter Frühlingsspaziergang durch erwachenden Ludwigsluster Schlosspark mit Zwischenstopps an interessanten Stationen

von
01. Mai 2017, 21:00 Uhr

Ein Frühlingsspaziergang durch den Ludwigsluster Schlosspark war angesagt. Passend zum Wetter spielten die sechs Instrumente des Mecklenburger Drehorgelorchesters auf dem Platz vor der katholischen Kirche Händels Wassermusik. Es tröpfelte immer mal wieder auf der Runde durch den Schlosspark, doch das hatte geschätzte über 100 Ludwigsluster und Gäste nicht davon abgehalten, den Lenz in ihrem Schlosspark zu begrüßen.

„Das ist nun schon eine gute Tradition: den schönsten Schlosspark des Nordens im ersten Frühlingskleid genießen, mit viel Musik und in fröhlicher Gesellschaft“, sagt Dr. Gernot Hempelmann, der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Ludwigslust.

Er führte auch in sehr unterhaltsamer Art und Weise durch diesen historischen Rundgang, der insgesamt 15 Stationen umfasst. Nur schade, dass viele Besucher seine Worte nicht verstehen konnten. Ohne Mikrofon ist dies aussichtslos. Da Hempelmann dies auch selbst weiß, ist vielleicht bei zukünftigen Spaziergängen mit Veränderungen zu rechnen.

Außerdem gibt es ja einen Flyer, auf dem die einzelnen Stationen des historischen Rundgangs kurz beschrieben sind.

Einer der Höhepunkte der Rundtour war der Besuch des „Kaisersaals“. Die Besucher erfuhren von Dietmar Braune, zuständiger Gartenbauingenieur der Staatlichen Schlösser und Gärten MV, etwas über die aufwendige Sanierung dieses Parkdetails. Da nun auch die Zuwegungen fertig gestellt sind, gab es beim Frühlingsspaziergang auch gleich die offizielle Neueinweihung des „Kaisersaales“. Acht Postamente mit Terrakotta-Vasen darauf sind der Blickfang dieses kleinen Areals. Deren Anzahl hat im Laufe der Geschichte geschwankt. Ursprünglich, um 1760, standen auf den Sockeln die Büsten römischer und deutscher Kaiser, wie es zur Barockzeit in vielen Parkanlagen üblich war. In Ludwigslust seien die Kaiserbüsten, die aus leicht zerstörbarem Pappmaché gefertigt waren, um 1865 durch massive Tonvasen ersetzt worden. So sagt es der Infoflyer aus. Die Kernfläche mit den Postamenten und den Vasen ist eine kleinere Nachbildung und war bereits Ende 2014 fertig geworden (SVZ berichtete).

Eine weitere Station war das Helenen-Paulownen-Mausoleum, das allerdings nur von außen besichtigt wurde. Es ist für Helena Pawlowna Romanowa errichtet worden. Die russische Zarentochter heiratete mit 14 Jahren in das mecklenburgische Herrscherhaus ein, starb aber bereits vier Jahre später, im Jahre 1803.

Ganz in der Nähe befindet sich das Puschkin-Grab, das aber mit dem berühmten russischen Dichter nicht zu verwechseln ist. Major Mussin Puschkin fiel in den Befreiungskriegen bei der Einnahme Lüneburgs. Er wollte in russischer Erde bestattet werden. Das ging nicht, also fand er in der Nähe der Zarentochter seine letzte Ruhe.

Wer sich selbst auf Erkundungstour durch den Ludwigsluster Schlosspark begeben möchte: Den Infoflyer hat der Förderverein Schloss Ludwigslust (E-Mail: schlossverein-lwl@gmx.de) erarbeitet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen